05.07.2023 Arkösund nach Trosa
Abfahrt 10.00 Uhr / Ankunft 15.15 Uhr / 43 Seemeilen
Nach dem Frühstück sind wir bei schönstem Wetter noch etwas durch die kleine Inselwelt in Arkösund spaziert. Viele Inselchen sind mit Holzbrücken miteinander verbunden und überall gibt es Badeplätze. Sogar eine Saune steht auf einer Insel.
Schon bald nach unserer Abfahrt haben wir die Auswirkungen des Sturms vom Vortag zu spüren bekommen. Der Wind blies von Westen, aber die Wellen kamen vom Osten. Es gab noch richtig starken Schwell. Aber irgendwann führte uns die Fahrt wieder in die Schären und somit war auch der Schwell weg. Oxelösund liessen wir links liegen und unser Weg führte uns immer weiter nach Nordost. Markus hat für uns einen richtig schönen "Weg" ausgesucht. Immer wieder gab es Engpässe und Windungen. Die Schärenwelt ist einzigartig und wunderschön. In Trosa haben wir dann festgemacht und blieben für zwei Nächte. Trosa kannten wir von 2018 und es hat uns sehr gut gefallen.
06.07.2023 Trosa
Wie bereits erwähnt sind wir noch einen Tag in Trosa geblieben. Auch Trosa ist für die Inga-Lindström-Fans ein Begriff. Hier wurden viele Szenen gedreht. Das Städtchen entlang des Trosa-Fluss ist aber auch einzigartig. Die alten Holzhäuser sind sehr gepflegt und überall hat es Blumen in allerlei Farben. Es hat kleine Boutiquen und natürlich auch die üblichen Souvernier-Shops. Aber alles ist sehr stimmig und gut unterhalten.
07.07.2023 Trosa nach Stockholm
Abfahrt 09.00 Uhr / Ankunft 18.00 Uhr / 62 Seemeilen
Unsere Seefahrt ging heute weiter und Stockholm als nördlichster Stopp ist das Ziel. Von Trosa schipperten wir wieder raus in die Schären. Zuerst hielten wir Kurs Ost, dann eine kurze Zeit nach Nordost und danach ging es Richtung Norden. Während der Reise durchfuhren wir
- Gölöfjärden
- Himmerfjärden
- durch den Brandalsund
- Halsfjärden
bis nach Södertälje. In Södertälje mussten wir auf die Schleusenöffnung warten. So entschieden wir uns kurzfristig, noch etwas Diesel zu bunkern. Um 13.30 Uhr war es dann so weit, dass wir in die Schleuse einfahren konnten. Raus aus der Schleuse und wir waren wieder im Süsswasser, genauer gesagt in den Mälaren. Nun führte uns der Weg durch
- Linasundet
- Södertäljeviken
- Hovgardsfjärden
usw.
Irgendwann sahen wir am Horizont Stockholm. Wie im 2018 ein einzigartiger Moment, den wir dieses Mal mit Beat und Christa erleben durften. Nochmals eine Schleuse meistern und schon bald darauf standen wir vor dem Wasa Hafen. Markus hatte den Platz bereits vor Monaten über Dockspot reserviert. Dieses Mal wollten wir auf sicher gehen. Nun liegen wir hier und geniessen Stockholm, die letzten Tag mit Beat und Christa und freuen uns auf einen weiteren Besuch aus der Schweiz. Monika und Heinz Jeger werden uns für ein paar Tage in Stockholm begleiten. Und das Schöne ist, dass wir sechs uns alle von Saas-Fee kennen und am 10.07.2023 ein gemeinsames Abendessen in der Stadt geniessen werden.
08.07.2023 bis 15.07.2023 Stockholm
Wir haben tolle Tage in Stockholm verbracht, viele Kilometer haben wir unter die Füsse genommen. Bis zum 10.07.2023 waren wir zu viert unterwegs. Danach kamen Monika und Heinz Jeger per Flugzeug uns in Stockholm besuchen. Zu sechst (Monika, Heinz, Christa, Beat, Markus und ich) sind wir am Abend in ein italienisches Restaurant Essen gegangen. Es war ein lustiger Abend, auch weil der Kellner uns gut unterhalten hat, und das Essen war sehr gut. Am nächsten Tag (11.07.2023) haben uns Christa und Beat verlassen. Sie haben die Heimreise in die Schweiz, ins schöne Saas-Fee, angetreten. Es war eine lange Reise für sie: Abflug über eine Stunde später wegen den Gewitter über der Schweiz, Zugsverbindungen waren auch verspätet wegen den Gewitter, aber glücklicherweise hat das Postauto in Visp auf den Zug aus Bern gewartet. Ankunft in Saas-Fee um ca. 01.15 Uhr. Von dem allem haben wir in Stockholm nichts gemerkt. Die nächsten drei Tage haben wir mit Monika und Heinz verbracht. Unter anderem haben wir die Insel Södermalm/Stockholm zu Fuss erkundet. Das war für uns alle Neugebiet. Zurück zum Schiff ging es aber dann mit dem Fährschiff. Wobei wir direkt in ein schönes Restaurant zum Essen gingen, das Restaurant Slipen. Sehr empfehlenswert, nur schon wegen der Lage und Einrichtung. Am 14.07.2023 haben uns dann Monika und Heinz ebenfalls verlassen und sind zurück in die Schweiz geflogen. Vielen lieben Dank an euch vier, dass ihr uns besucht habt! Nun sind wir wieder alleine unterwegs.
15.07.2023 Stockholm nach Karlslund
Abfahrt 10.00 Uhr / Ankunft 14.20 Uhr / 31 Seemeilen
Es war an der Zeit, unsere Reise fortzusetzen. Zuerst fuhren wir an den Inseln Djurgarden und Fjärderholmen vorbei, hinaus in den Halvkakssundet. Vor der Insel Sverigesholme bogen wir rechts in den Skurusundet ab. Dieser Flaschenhals hatte es in sich, links und rechts ragten die Felsen fast senkrecht aus dem Wasser. Und auf den Felsen waren die typischen, schwedischen Ferienhäuser oder auch moderne Neubauten. Am Wasser sah man dann die dazugehörenden Badehäuser mit ihren Schwimmstegen, welche über steile Treppen den Fels runter erreicht werden. Am Ende des Skurusundet bogen wir nach links in den Lännerstasundet ab. Und schon folgte der nächste Flaschenhals, danach hinein in den Baggensstäket und weiter hinaus in die Baggensfjärden. Weiter in Richtung Südost, vorbei an den Inseln Älgö, Gasön und Ägnö (diese Umlaute machen mich noch gaga ;-) ). Und so weiter und so weiter. Es folgten der Erstaviken und den Gränöfjärden. Weitere Inseln wie Härsö, Smadalarö, Mash, Munhen, Dalarö und Gunnarsholmen folgten. Bei Gunnarsholmen fuhren wir dann hinein nach Karlslund. Der Kapitän Markus hat eine sehr schöne und interessante Route ausgesucht. Merci, Merci!
16.07.2023 Karlslund nach Nynäshamn
Abfahrt 10.25 Uhr / Ankunft 13.55 Uhr / 25 Seemeilen
In der Nacht hat Regen eingesetzt. Wir schliefen jedoch so gut, dass wir es erst am Morgen bemerkten. Als wir abfuhren war bewölkter Himmel, aber in Nynäshamn sind wir bei Sonnenschein angekommen. Der Reihe nach: Zuerst fuhren wir an den Inseln Björnö und Mabärsskär vorbei und kurz danach zwischen den Inseln Toklo und Galö durch. Jetzt waren wir wieder auf dem sicheren Seeweg, keine unterwasser- oder knapp überwasserliegende Steine legten sich mit uns an. Übrigens meine ich mit "sicherem Seeweg" folgendes: Auf den Seekarten gibt es Linienführungen, die ungefährlich sind und von der Berufsschifffahrt oder den Sportbooten benutzt werden. Nun weiter: Diesem Seeweg folgten wir südwestwärts zwischen den Inseln Langgarn und St Rotholmen und zwischen den Inseln Muskö und Ranö durch. Auf Höhe von Nynäshamn (unser Ziel) drehten wir gegen Westen und tuckerten nur noch in den Hafen Nynäshamn. Gut vertäut liegen wir an einem Heck-Bojen-Platz mit vielen, vielen anderen Booten. Nach der Anmeldung beim Hafenmeister sind wir etwas rumgeschlendert. Bereits im Hafen hatte es viele Restaurants, Bistros, Boutiquen, einen Gemüse-/Früchtemarkt, etc. Es kam gleich Ferienstimmung auf. Wir haben uns entschieden, für zwei Nächte hier zu bleiben. Es soll schöne Wanderweg geben und etwas Bewegung ist nie falsch.
17.07.2023 Nynäshamn
Nach dem Frühstück sind wir los marschiert. Vom Hafen gingen wir südwärts und bogen auf den Strandvägen (Küstenweg) ab. Dem Strandvägen folgten wir bis zum Knappelskär. Es boten sich immer wieder spektakuläre Ausblicke und das bei schönstem Wetter, aber mit viel Wind. Der Knappelskär ist ein grosser Felsen resp. wie eine Halbinsel. Es soll eine Grotte geben, die wir leider nicht gefunden haben. Irgendwann fanden wir, dass das Herumkraxeln auf dem Fels zu riskant ist. Aber die Aussicht vom höchsten Punkt war grandios. Wir machten uns wieder auf den Rückweg mit einem kleinen Halt in Lövhagen, wo wir den Durst gelöscht haben. Noch während der Rast sahen wir, dass Wolken aufzogen. Auf Regen waren wir nicht ausgerüstet, also hopp und schnell nach Hause. Aber wenn ihr jetzt denkt, dass wir trocken angekommen wären: NEIN NEIN NEIN. Wir waren noch nicht auf halbem Weg, als der Regen einsetzte. Und irgendwann hat es so richtig geschüttet. Das wäre ja alles kein Problem gewesen, wenn wir nicht plötzlich darüber nachstudierten, ob wir wohl die Luken geschlossen haben. Dass wir sie schliessen wollten, davon haben wir gesprochen. Aber wir haben uns auch noch über eine bessere Vertäuung des Bugs unterhalten. Durch den starken Wind von der Seite war die Red Snapper immer am Pendeln. Einfach zu viel Druck von der Seite und die Heckboje konnte uns nicht genug fixiert halten. Schlussendlich liessen wir es so, wie es war und sind losmarschiert. Ihr wisst jetzt was kommt, oder?! Vollkommen durchnässt kamen wir bei der Red Snapper an, und die Luken standen offen. Super!!! Unser Bett war im oberen Teil nass (Kopfkissen, Laken, Molton, Knuddel). Aber zum Glück haben wir ein elektrisches Wärmegerät mit Ventilator für den Notfall auf dem Schiff. Und der Notfall war eingetreten. Bis wir ins Bett gingen, hat dieses liebe, gute Ding doch wirklich unser Bett getrocknet. Wir haben eine ruhige Nacht verbracht.
18.07.2023 Nynäshamn nach Ankarudden/Insel Torö
Abfahrt 10.40 Uhr / Ankunft 13.15 Uhr / 19 Seemeilen
Vorab schon mal soviel: Wir sind nicht dort gelandet, wo wir wollten. Nämlich in Nyköping. Bevor wir starteten, haben wir alle Sachen, die runterfallen könnten, sicher verstaut. Wussten wir doch, dass es Wind hat und der auch sehr böig ist. Gut gelaunt und frohen Mutes sind wir dann losgefahren. Von Nynäshamn sind wir fast immer gegen Süden gefahren. Der Wind kam aus Westen. Solange wir in der Abdeckung von den uns rechts liegenden Inseln waren, hielt die Red Snapper ab und zu den Bug in die Luft. Alles kein Problem. Kaum waren wir aber an der Insel Öja vorbei, waren wir den Wellen und Wind voll und ganz ausgeliefert. Irgendwann war es nicht mehr lustig. Die Fahrt hätte auch noch weitere zwei bis drei Stunden gedauert. Also entschieden wir uns umzudrehen und uns einen anderen Zufluchtsort zu suchen. Den haben wir in Ankarudden auf der Insel Torö gefunden. Es ist ein kleiner Fischerhafen und es gab Platz für uns. Hier liegen wir ruhig und sicher vertäut. Kapitän Markus hat gesagt, dass der Wind vor unserer Umkehr bei 7 Beaufort (=50-61 km/h) war.
19.07.2023 Ankarudden/Insel Torö nach Nyköping
Abfahrt 10.20 Uhr / Ankunft 15.30 Uhr / 40 Seemeilen
Tschüss idyllischer Hafen, du hast uns guten Schutz gegeben. Zuerst fuhren wir durch die Schären raus in die Krabbfjärden Richtung Insel Langön. Und schon war es vorbei mit ruhigem Fahrwasser. Der Wellenritt - nicht so stark wie gestern - ging von vorne los. Markus wollte eigentlich einen direkteren Kurs fahren. Aber irgendwann befanden wir uns vor einem Minenfeld von Steinhaufen, welches wir leider östlich umfahren mussten. D.h. wir bewegten uns erst einmal von der Küste und vom Zielhafen weg. Aber Sicherheit geht vor und sobald wir dann wieder nach Westen abdrehen konnten, wurden die Wellen nicht weniger aber wir konnten gegen sie anlaufen. Vor der Insel Stora Runnskär ging es in den Örsbaken Richtung Nordwest auf die Insel Hasselö zu. Von nun folgten wir der Betonnung bis nach Nyköping, welches im Stadsfjärden liegt. Nach Beschrieb handelt es sich um ein schönes, kleines Städtchen.
Die ersten sechs Bilder sind noch von Ankarudden, aufgenommen vor der Abfahrt.
20./21.07.2023 Nyköping
Für einmal haben wir Marschkilometer und nicht Seemeilen hinter uns gebracht. Nyköping liegt am Fluss Nyköpingsa, welchem man bis ins Stadtzentrum folgen kann. Überall gibt es schöne restaurierte und umfunktionierte Gebäude, die Restaurants, Boutiquen, Kunsthandwerksläden, eine kleine Galerie, etc. beherbergen. Im Stadtzentrum in der Fussgängerzone liegen verschiedene Einkaufszentren und auch wieder Boutiquen. Es ist nicht zwingend etwas zu kaufen, aber es macht auch so Freude zu stöbern. Ich glaube fast, Frauen ticken da anders als Männer :-).
Übrigens liegt gleich beim Hafen das Wassersportzentrum für Rudern und Kanu. Ein riesiges Areal gespickt mit Bojen. Und Nyköping ist auch Inga Lindström-Land.
22.07.2023 Nyköping nach Akrösund
Abfahrt 10.50 Uhr / Ankunft 14.20 Uhr / 27 Seemeilen
So wie wir reingekommen sind, ging es auch wieder raus. Zuerst durch den Stadsfjärden, dann hinein in den Mellanfjärden, um's Eck in den Skanssundet und hinaus in den Örsbaken. Danach Richtung Süden vorbei an der Industriestadt Oxelösund, der Insel Femöre und gegen die Insel Arkö. Jetzt war es nicht mehr weit, und wir fuhren hinein nach Arkösund. Schon von Weitem sahen wir, dass da einiges los war und wir vielleicht keinen Platz finden würden. Aber fehlgedacht, die jungen Hafenwarte haben uns einen Platz zugewiesen. Mittels Mooringleine und Bugleinen haben wir die Red Snapper sicher vertäut. Danach ging es zum Anmelden und da sahen wir auch, warum so viel Betrieb war. Die Seerettung hatte einen Demostrationstag und sie haben alles ausgepackt, was es an Rettungsmittel gibt: Wassertöffe, Helikopter, Feuerlösch-Schiff, Luftkissenboot und noch vieles mehr. Die Übung bestand darin, zwei Schiffsleute von einem brennenden Boot zu retten. Action pur! Markus meinte dann nur: Da wird einem was geboten für die Liegeplatz-Gebühr.
23.07.2023 Arkösund nach Fyrudden
Abfahrt 10.15 Uhr / Ankunft 14.00 Uhr / 24 Seemeilen
Bevor es weiter ging, mussten wir wieder einmal tanken. 350 Liter Diesel fanden einen neuen Besitzer! Danach ging unsere Reise weiter Richtung Süden, immer der Sonne entgegen. Oder vielleicht auch der Wärme?! Wir wussten ja, dass wir bei unserer Reise im 2018, was das Wetter betraf, verwöhnt wurden. Dieses Mal ist es eher unbeständig und manchmal richtig kühl. Wir wollen aber nicht klagen, denn es gefällt uns auch jetzt. Auf unserem Seeweg passierten wir die Inseln (Achtung es hat wieder sehr viele Umlaute): Sundsh, Krakskär, Lindh, Horvelsö, Högh, Fagelön, Smaskär, Snuggholmen, Väggö,Haskö und Krakmarö. Vor der Insel Kättilö bogen wir nach Südwest ab in den Hafen von Fyrudden. Auch dieser kleine Hafen bietet einiges. Markus hat sich sogar schon ein Hemd gekauft. Den Liegeplatz haben wir für zwei Nächte gebucht. Wir wollen uns die Füsse etwas vertreten. Wir haben den "freien" Tag in Fyrudden genossen und sind am Abend ins Hafenrestaurant Essen gegangen. Das Restaurant war nicht nur für den Gaumen etwas sondern auch für das Auge.
25.07.2023 Fyrudden nach Västervik
Abfahrt 09.20 Uhr / Ankunft 14.15 Uhr / 39 Seemeilen
Zuerst ging es wieder aus der Bucht Fyrfjärden raus und um die Halbinsel rum. Danach ging es vorwiegend Richtung Süden durch die wunderschöne Schärenwelt. Anfangs hatten wir noch Sonne, aber die Wolken haben sich verdichtet und wir waren nicht sicher, ob wir ohne Regen die Fahrt hinter uns bringen. Während wir Richtung Süden tuckerten liessen wir links oder rechts folgende Inseln hinter uns liegen (habe nur die grösseren benannt, ansonsten wäre die Aufzählung ellenlang): Flisö, Edshammarsön, Hattö und Melön. Bei der Insel Melön fuhren wir durch den Olsösundet, danach durch den Hälsundet und weiter an den Inseln Bokö, Brannh, Aspskär, Torrö Stickskär, Stora Askö, Väderskär, Trädskär, Grindö, Togöudd, Storsk, Aleskär und Äskeskär. Nach der Südspitze der Insel Gränsö ging es rechts hinein in den Lusärnafjärden, vorbei an der Insel Lusärna und dann waren wir in Västervik.
26.07.2023 Västervik
Happy Birthday, chlini Schwöschter! Alles Liebi und Gueti vo Västervik!
Den Mittwoch haben wir mit Waschen, Lebensmittel einkaufen und Shopping ohne etwas zu kaufen verbracht. Am Abend gingen wir ins Hotel/Restaurant Slottsholmen zum Abendessen, welches der Familie von Björn Ulvaeus gehört. Kennt ihr ihn? Den ABBA-Fans wie mir ist er auf jeden Fall ein Begriff. Genau, er ist einer von den B's. Ein gelungener Abschluss für einen schönen Tag!
27.07.2023 Västervik nach Figeholm
Abfahrt 10.20 Uhr / Ankunft 15.30 Uhr / 38 Seemeilen
Heute ging es weiter und zwar so aus dem Lusärnafjärden raus wie wir vor zwei Tagen reingefahren sind. Etwas nach der Insel Mjödö fuhren einen Süd-Kurs, zwischen den Inseln Grönö und Sparö durch, hinein in den Lindödjupet. Die Idöfjärden durchfuhren wir Richtung Südost. Aber nur für kurze Zeit, denn schon bald wechselten wir wieder den Kurs auf Süd. Ein Grosses hin und her und so ging es auch weiter. Wir passierten wieder zig Inseln und Steinhaufen. Und irgendwann hatten wir auch wieder Wellen, welche nach Wetter-/Windbericht gar nicht so hoch hätten sein sollen. Zum Glück hatten wir im voraus schon das eine oder andere sicher verstaut. Speziell wurde es noch gegen Ende der Reise, da wir uns zwischen den roten und grünen Betonnungen halten mussten, die vielleicht mal acht Metern voneinander entfernt waren. Einige denken vielleicht nun: Hä, doch kein Problem! Aber wenn dann die Wellen seitlich kommen und man nur wenig Platz hat, um starke Richtungswechsel vorzunehmen, und du siehst die fiesen Steinhaufen knapp über oder unter dem Wasser, dann hast du keine Zeit zum Trödeln. So oder so war der letzte Streckenabschnitt anspruchsvoll. Kapitän Markus hat uns aber sicher an Ziel in den Gästehafen von Figeholm gelenkt.
Wir haben euch noch etwas unterschlagen: Auf unserer Suche nach einem Winterlagerplatz in einer Halle sind wir fündig geworden. Im Yachthafen Ortmühle bei Heiligenhafen (nördlich von Lübeck/gegenüber der Insel Fehmarn) können wir die Red Snapper für den Winter unterstellen. Den Auswasserungstermin haben wir auch schon: Mittwoch, 20.09.2023. Danach geht es mit einem Mietauto zur Werft Altena in Raamsdonksveer/Holland, wo unser Auto steht und von dort dann wieder in die Heimat.
28.07.2023 Figeholm nach Oskarshamn
Abfahrt 10.20 Uhr / Ankunft 12.15 Uhr / 13 Seemeilen
Für einmal nur ein kurzer Trip. Wir tuckerten wieder zwischen den Betonnungen raus in den Fagelöfjärden bis zur kleinen Insel Hommeskär. Da drehten wir nach rechts Richtung Süden ab und fuhren zwischen vielen, vielen, kleinen Inselchen durch bis nach der Insel Rödskär. Nun etwas abdrehen nach Südwest, zwischen den Inseln Unö und Tillingeö durch. Den Kurs wechselten wir wieder etwas mehr gegen Süden, dann vorbei am Industriehafen von Oskarshamn und rein in den Stadthafen. Nachdem wir die Red Snapper sicher vetäut und auch das Hafengeld bezahlt hatten, gingen wir zu Fuss in die Stadt. Der Anblick der Stadt ist nicht wirklich "anmächelig". Es fehlt Charme und viele Gebäude sollten renoviert werden. Wir denken aber, dass sich in der nächsten Zeit vieles verändern wird. Im Stadthafenbereich hat es eine schöne Promenade, Pflanzen und Plätze für Gross und Klein. Auch positiv erwähnt werden muss, dass es in der Fussgängerzone in der Stadt schöne Shops und einen grossen Coop gibt. Übrigens der Coop in Schweden hat nichts mit unserem Coop zu tun. Interessant ist, dass sich das Logo bei den zwei "oo"s unterscheidet. Farblich sind beide orange. Gernell führen die Coops oder auch die andere Lebensmittelkette ICA alles was das Herz begehrt. Meistens gibt es auch eine Käsetheke, wo man z.B. auch Gruyère oder selten Raclette-Käse findet. Nach den Einkäufen ging es zurück zum Schiff, die Einkäufe wurden verstaut und dann ab ins Hafenbistro zum Lunch. Es gab einen feinen Skagen Toast (Krabben mit Dill-Mayo-Sauce auf Toast oder Brot) und dazu ein Gläschen Weisswein. Wieder auf der Red Snapper war Ruhen angesagt, etwas lesen und irgendwann das Abendessen vorbereiten. Und schon wieder ist ein Tag vergangen. Wir bleiben für zwei Nächte in Oskarshamn und gönnen uns einen Ruhetag.
30.07.2023 Oskarshamn nach Mönsteras
Abfahrt 09.30 Uhr / Ankunft 13.40 Uhr / 30 Seemeilen
Heute war wieder Reisetag. Also Leinen los, raus aus dem Stadthafen von Oskarshamn, vorbei am Industrie-/Fährhafen und raus in den Grimskalledjupet. Kurz darauf haben wir auch schon auf Kurs Südost abgedreht und sind der Küste entlang getuckert. Es war eine etwas gespenstische Stimmung auf dem Wasser: Nebel/Dunst, Sonne, Wolkengebilde von weiss bis schwarz. Von der Insel "Blaue Jungfrau" sah man nur den oberen Teil. Nach der Insel Köksh sind wir wieder in die Schären abgebogen. Es gäbe auch den Weg aussen rum, aber die Fahrt durch die Schärenwelt ist viel spannender und einzigartig, um nicht zu sagen pitoresk. Damit diejenigen, die uns auf Karten verfolgen, in etwa wissen, wo wir entlang gefahren sind, hier einige Wegpunkte: Stangehamns, Fläskö, Näset, Storö, Paskallavik, Runnö, Littlö, Gasö, Ödängla und Björnö. Bei Mönsterasredden bogen wir rechts ab (Kurs Nordwest) hinein in den Meeresarm bis nach Mönsteras. Der Stadthafen ist neu am Entstehen. Es fehlt noch das eine oder andere. Aber die Leute sind nett und hilfsbereit. Ein guter Ansatz, oder.
31.07.2023 Mönsteras nach Kalmar
Abfahrt 08.45 Uhr / Ankunft 12.55 Uhr / 32 Seemeilen
Den Meeresarm fuhren wir wieder so raus, wie wir auch reingekommen sind. Alles durch den Seeweg vorgegeben durch die Betonnungen. Aber wie schon ein paar Mal erwähnt: Man tut gut daran, sich an die Betonnungen zu halten, wenn man keinen Propeller-Schaden oder mehr haben möchte. Nach der Insel Oknö tuckerten wir einen kurzen Moment nach Osten. Beim Wegpunkt 11074 (hihi) fuhren wir dann eine 90°-Kurve nach Süden. Und von nun an ging es imer weiter nach Süden, an drei Ost-Quadranten, einem Westquadrant und zwei Ostquadranten vorbei. Nach der Insel Skäggenäs kamen wir wieder in betonntes Fahrwasser, welchem wir bis vor Kalmar folgten. Vor Kalmar schipperten wir unter der Ölandsbrücke durch, welche das Festland mit der Insel Öland verbindet. Nun liegen wir im Gästehafen und freuen uns auf die nächsten Tage. Denn meine Schwester Regi kommt uns besuchen und wird uns neun Tage begleiten. Sie fliegt von Zürich nach Kopenhagen und fährt dann mit dem Zug nach Kalmar. Und irgendwo werden wir sie dann wieder von Bord werfen und sie fliegt zurück in die Schweiz. Mehr dazu aber dann in unserem Reiseblog.
01.08.2023 - 03.08.2023 Kalmar
Wir haben schöne Tage in Kalmar verbracht. Am Mittwoch, 02.08.2023, kam dann Regi angereist. Die Freude war riesig, uns nach fast drei Monaten wieder zu sehen. Am nächsten Tag sind wir mit ihr dann ins Schloss von Kalmar gegangen. Das Schloss alleine ist schon sehr eindrücklich, aber wir wussten auch, dass es eine Ausstellung über "Monet & Friends Alive" im Schloss gibt. Es war eine sehr eindrückliche, digitale Show. Ich zitiere: Beim Eintreten in den Abgebrannten Saal öffnet sich eine magische Bilderwelt. Die grossartigen impressionistischen Gemälde, projiziert auf riesengrossen Bildschirmen, umgeben die Besuchenden und ziehen sie in ihren Bann. Dazu ertönt klassische Musik und aromatische Düfte wehen durch den Raum, passend zu den Bildmotiven. Es sind Werke von Claude Monet und 17 weiteren grossen Impressionisten von der Mitte des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zu sehen. Ende Zitat. Jeder der nach Kalmar fährt oder in die Nähe sollte diese Ausstellung anschauen gehen. Es lohnt sich! Interessant ist, dass wir auf unserer Reise im 2018 auch ins Schloss gingen und uns zufällig in der Ausstellung über Leonardo da Vinci wiederfanden. Auch die war sehr eindrücklich. Nach dem Schlossbesuch ging es zum Lunch ins Zentrum von Kalmar und danach gab es ein Frauen- und Mann-Programm. Das Frauenprogramm ist selbsterklärend, oder?! Am Abend wurden wir von Regi fein bekocht und so ging schon wieder ein Tag zu Ende.
04.08.2023 Kalmar nach Kristianopel
Abfahrt 08.50 Uhr / Ankunft 12.50 Uhr / 33 Seemeilen
Heute war der Tag von Regi's erster Seereise = Meerfahrt. Es war auch an der Zeit, weiterzuziehen. Wir haben also Kalmar verlassen und sind zwischen dem Festland und der Insel Öland mit Kurs Südsüdost den Södra Kalmarsund runtergetuckert. Es gab nach wie vor Wind (wie die letzten Wochen fast immer) und dazu noch Schwell vom gestrigen windreichen Tag. Auf diesem Streckenabschnitt konnten wir uns auch nicht in den Schären verstecken, welche Schutz gegeben hätten. Unserem neuen Passagier Regi ging es sehr lang gut. Aber irgendwann ist es doch passiert und Regi wurde seekrank. Zum Glück ging es nicht mehr so weit bis zu unserem Ziel "Kristianopel". Kaum waren wir im Hafen und die Red Snapper war festvertäut, kam auch die Farbe zurück ins Gesicht von Regi. Und ich glaube, dass auch die schöne Aussicht schnell alles vergessen liess. Kristianopel ist ein kleines, schmuckes Dorf mit einer sehr schönen Hafen- und Camper/Camping-Anlage. Es herrschte Ferienstimmung und das bei schönstem Wetter, einfach mit Wind.
Letztes Foto: Mondaufgang über Öland
05.08.2023 Kristianopel nach Karlskrona
Abfahrt 08.50 Uhr / Ankunft 12.55 Uhr / 31 Seemeilen
Nach dem Duschen, einem feinen Frühstück, Abwasch und für eine Person an Bord ein rundes Ding schlucken haben wir die Leinen gelöst und sind in den südlichsten Teil vom Södra Kalmarsund hinausgefahren. Nach der letzten Tonne des betonnten Fahrwasser zum/aus dem Hafen haben wir nach Süden abgedreht und tuckerten auf die Insel Langören zu. Hier tauchten wir wieder in die Schären südlich von Torhamn ein. Wie immer führten uns Betonnungen durch die Inseln. Der Seeweg führte uns durch den Torhamnsfjärden, den Storasund mit der Kabelfähre, zwischen den Inseln Svenö und Svanö durch, an der Insel Senoren (nicht Senioren) vorbei, durch den Möcklösund, unter der Möcklöbron (Bron = Brücke) durch und hinein in den Östrafjärden. Diesen Fjärden durchfuhren wir bis vor die Tore von Karlskrona, wo wir im Stadthafen festgemacht haben. Alle sind wohlbehalten angekommen! Es war eine schöne Fahrt und die Sonne hat für uns gelacht. Da wir früh dran waren, sind wir am Nachmittag bereits ins Zentrum spaziert. Etwas die Füsse vertreten, tut immer gut. Im Zentrum war grosses Fest mit allem was dazu gehört. Sie feiern das Skärgardsfest (Schärengartenfest) mit Rummerplatz, Konzerte, etc. Vom Festplatz sind wir wieder runter zum Wasser spaziert und haben uns das Marinemuseum von aussen und die Umgebung angeschaut. Der Museumsbesuch steht für den nächsten Tag auf dem Programm - Schlechtwetterprogramm. Leider soll es in den nächsten Tagen regen und starken Wind geben. Mal schauen wie lange wir in Karlskrona festsitzen.
P.S. Das letzte Foto ist ohne Filter oder Korrekturen entstanden. Wir wurden mit dieser Abendstimmung beschenkt.
06.08.2023 - 11.08.2023 Karlskrona
Wegen Wind und Sturm war leider kein Weiterkommen. Leider für Regi. Wir hätten ihr sehr gerne mehr von Schweden gezeigt. Aber langweilig war uns nie. Die Tage gingen schnell vorbei mit:
Sonntag, 06.08.2023: Marine-Museum besichtigt - sehr interessant und informativ. Es hatte auch sehr viel Geschichtliches über die Stadt. Karlskrona wurde nämlich 1679 als Flottenstützpunkt gegründet. Danach war sie Hauptstützpunkt der schwedischen Flotte. Und heute noch ist die schwedische Marine hier stationiert.
Montag, 07.08.2023: Einkaufen und Shoppen
Dienstag, 08.08.2023: Der Sturm wütet. Auto gemietet und ins ca. 80 Kilometer entfernte Kosta gefahren. Einige ahnen vielleicht, was es in Kosta zu sehen gibt. Genau die Glasmanufaktur Kosta Boda. Auf einem grossen Areal hat es alles, um den Tag zu verbringen: Kosta-Outlet-Shop, Kosta-Shop, Orrefors-Shop (auch eine berühmte schwedische Glasmanufaktur aus der Gegend), Boutiquen, etc. Auf der Heimfahrt Mineralwasser und im Systembolaget (staatlicher Alkohol-Laden - in Schweden kann man nur im Systembolaget Alkoholiges kaufen) Wein und Aquavit gekauft.
Mittwoch, 09.08.2023: Waschtag, Lesen, The Five Crowns gespielt (Regi und ich), von Markus zum Abendessen ausgeführt.
Donnerstag, 10.08.2023: Heute war Wandertag. Es gibt eine schöne Aussichtsplattform auf einem der vielen, vielen Hügeln. Noch etwas Shoppen und am Abend feine Spaghetti Bolognese gekocht. Dazu ein guter Rotwein und auch dieser Tag war vorbei.
Freitag, 11.08.2023: Schnief, heute war Abreisetag von Regi. Ein letztes gemeinsames Frühstück mit Frühstücksei bei Sonnenschein, Regi hat ihre Siebensachen gepackt und dann blieb noch etwas Zeit für ein bisschen "Quatschen". Wir haben Regi zum Zug begleitet, welcher um 12.47 Uhr von Karlskrona abgefahren ist. Sie konnte bis Kopenhagen Airport sitzen bleiben. Praktisch. Und Regi ist gut in der Schweiz, resp. in Nidau angekommen. Vom Bahnhof sind wir nochmals in die Stadt zum Bummeln gegangen. Zurück bei der Red Snapper haben wir etwas gelesen, eine Wäsche gemacht und es uns gut gehen lassen.
12.08.2023 Karlskrona nach Insel Hanö
Abfahrt 08.35 Uhr / Ankunft 13.05 Uhr / 36 Seemeilen
Endlich ging es weiter auf unserer Reise - leider ohne Regi. Sie ist gestern abgereist und das bei Sonnenschein und wenig Wind. Schon etwas gemein vom Wettergott! Sechs Tage lang hat er uns festsitzen lassen in Karlskrona. Aber zum Glück hatte Karlskrona und Umgebung viel zu bieten, so dass die Tage schnell vergingen. Aber nun weiter zur Reise: Um 08.35 Uhr haben wir die Leinen gelöst und sind mit unserer Red Snapper hinaus in den Yttre Redden getuckert. Unsere Route führte uns zuerst nach Süden, zwischen den Inseln Aspö und Tjurkö durch. Danach drehten wir nach Westen ab und fuhren Kurs auf die Insel Hanö. Im kleinen und schönen Hafen haben wir bei der Hafeneinfahrt gerade den letzten Platz längsseits ergattert. Danach wurden fleissig Päckchen gebildet, d.h. Schiff neben Schiff. Bis am Abend war der Hafen auf jeden Fall pumpenvoll. Nach dem Lunch haben wir noch eine kleine Wanderung um und quer durch die Insel unternommen. Es ging über Stock und Stein und zwischendurch hatten wir immer wieder schöne Aussicht auf's Meer. Wer einmal in der Nähe dieser Insel sein sollte, sollte auf jeden Fall einen Stopp dort einplanen.
13.08.2023 Insel Hanö nach Simrishamn
Abfahrt 07.45 Uhr / Ankunft 12.20 Uhr / 37 Seemeilen
Zeitig sind wir aufgestanden und haben uns startklar gemacht für die nächste Etappe. Auf der Insel herrschte eine mythische Stimmung oder anders gesagt, der Herbst schien seine Vorboten zu schicken. Vor 08.00 Uhr haben wir wiederum die Leinen gelöst und sind zuerst über die Hanöbanken und danach durch die Hanöbukten gefahren. Die Red Snapper flog fast mit 7.7 Knoten über das Wasser :-). Bald nach der Hafenausfahrt setzte Markus den Kurs 204° im Autopilot und diesen Kurs hielten wir bei bis vor Simrishamn. Vor der Hafeneinfahrt passierten wir noch einen Ost-, einen Süd- und einen Westquadranten und dann noch gerade aus und wir waren im Hafen. In Simrishamn blieben wir für zwei Nächte.
14.08.2023 Simrishamn
Wir haben uns einen gemütlichen Tag gemacht. Wobei ganz so gemütlich war es doch nicht. Markus hat kleine Rostflecken behandelt und ich habe unseren Tisch geschrubbt und mit Teaköl behandelt. Und dann war noch das Problem mit dem RotorSwing. Markus hatte schon längere Zeit das Gefühl, dass er nicht mehr arbeitet. Bei der gestrigen Fahrt hat er dann diverse Fotos von der Steuerung gemacht und diese an Altena und die Firma in Holland geschickt, welche den RotorSwing eingebaut hat. Schon am nächsten Tag hat uns ein Techniker von einer deutschen Firma kontaktiert und uns mitgeteilt, wie er uns helfen kann. Aber dafür mussten wir zuerst in ein Computer-Geschäft gehen, ein Ethernet-Kabel und einen Adapter UBS/Ethernet kaufen. Alles gefunden in Simrishamn - gutes Simrishamn. Also die heutige Zeit ist schon verrückt/technisch. Man braucht Internet, Verbindung zur Steuerung, den TeamViewer und den Techniker. Und schon wird einem geholfen. Bei der nächsten Fahrt wird dann getestet. Wir sind auf jeden Fall zuversichtlich. Während Markus mit dem Techniker am Werk war, ging ich noch Einkaufen und auf Sujet-Jagd. Simrishamn hat da einiges zu bieten.
15.08.2023 Simrishamn nach Ystad
Abfahrt 07.40 Uhr / Ankunft 11.50 Uhr / 32 Seemeilen
Da für heute ein Gewitter vorausgesagt wurde, haben wir uns entschieden früh loszufahren. Auch heute war es am Morgen fast ein bisschen herbstlich. Nach der langen Hafenausfahrt kamen wir ins offene Gewässer und waren überrascht, dass es Wellen aus Ost gab. Aber so konnten wir auch den RotorSwing testen und er funktioniert wieder einwandfrei. Zum Glück, denn es wäre nicht lustig gewesen. Also, wir sind Richtung Südwest gefahren bis Höhe Sandhammaren. Danach folgte eine Kurskorrektur auf West bis zum Huk Kasehuvud. Übrigens ist der Kasehuvud der südlichste Punkt von Schweden. Jetzt geht es wieder etwas gegen den Norden, resp. wir fuhren Kurs Nordwest nach Ystad. Bevor wir in den Yachthafen von Ystad einfahren konnten, mussten wir die Einfahrt des Fährhafens queren. Im Yachthafen haben wir dann ohne Problem einen Platz gefunden. Aber schon während dem Anlegemanöver haben wir festgestellt, dass Schwell im Hafenbecken existiert. Dieser kommt vom Fährhafen, wenn eine Fähre ein- oder ausläuft. Es ist immer wieder interessant, wie Wasser seine eigenen Gesetze und Gewalten hat. Nach der Anmeldung beim Hafenkantor haben wir einen kleinen Lunch zu uns genommen und das bei schönstem Wetter. Eine Gewitterfront war weit und breit nicht zu sehen. Danach etwas Ruhen und währenddessen sind doch tatsächlich Wolken aufgezogen und es gab etwas Regen. Kaum der Rede wert. Später am Nachmittag sind wir ins Zentrum marschiert resp. zuerst zum Haus von Kurt Wallander. Kennt ihr Kurt Wallander? Die Krimi-Fans auf jeden Fall. Die Krimi-Fälle fanden hier in Ystad statt. Wallanders Wohnhaus liegt an der Mariagatan 10. Leider ist es aber eher enttäuschend, wenn man dann vor dem Haus steht. Gar nichts weisst auf Wallander hin. Beim Rückweg haben wir uns Zeit gelassen und sind durch das schöne und alte Zentrum geschlendert. Es gibt ein ganzes Viertel mit alten Fachwerkhäusern, welche sehr schön restauriert wurden. Diese Häuser sind entweder bewohnt oder Cafés, Geschäfte, Kunsthandwerk-Läden und vieles mehr. Wir waren sehr begeistert!
16.08.2023 Ystad und Umgebung
Wir haben ein Auto gemietet und sind damit in der Umgebung von Ystad rumgekurvt. Vom Wasser aus, als wir nach Ystad tuckerten, sahen wir Steine auf einer Anhöhe, die wie Stonehenge aussahen. Das war dann auch unser erster Halt. Die Steinansammlungen/Stonehenge liegen in der Ortschaft Kaseberga und heissen "Ales Stenar". Es war sehr eindrücklich und die Wissenschaftler wissen nicht genau, für was sie wirklich so angeordnet wurden. Es gibt verschiedene Vermutungen. Auf der Anhöhe über dem Meer gibt es auch eine ausgezeichnete Thermik (Aufwärtswinde), die sich einige Gleitschirmflieger zu Nutze gemacht haben. Sie rauschten über den Grat und unsere Köpfe hinweg. Von den Ales Stenar sind wir dann zum Hafen von Kaseberga spaziert und haben uns einen kleinen Imbiss gegönnt. Gestärkt ging es dann mit dem Auto weiter nach Valleberga, wo eine alte historische Rundkirche steht. Nach dieser Besichtigung fuhren wir nach Skillinge ins Down Town. Diese Station war dann nichts. Weder der Hafen noch Down Town war wirklich ansprechend. Danach ging es weiter nach Hammar, wo am Meer in den Dünen ein sehr schöner Sandstrand lag, Hammars Backar. Wir haben die Sneakers ausgezogen und sind durch den feinen, weissen Sandstrand spaziert. Und natürlich durfte auch ein Fussbad in der Ostsee nicht fehlen. Also so richtig warm war das Wasser nicht. Aber die Schweden sind hart im Nehmen. Klein und Gross sprangen rein ohne zu zögern! Zurück beim Auto ging unsere Reise zu Land weiter zum Ystad Saltsjöbad. Wir wussten im Vornherein nicht, um was es sich handelt. Wir dachten halt an ein Salzwasserbad. Und wo ist Salzwasser - natürlich im Meer. Tatsächlich handelt es sich um ein Spa Hotel mit allem drum und dran, welches direkt am Strand liegt. Es gibt Innen- und Aussenpools, natürlich mit Salzwasser gefüllt. Im Restaurant haben wir uns eine kleine Stärkung gegönnt, bevor es dann zurück nach Ystad ging. Auf dem Weg zurück haben wir noch in einem Coop und Systembolaget Halt gemacht und das Nötigste eingekauft. Es musste doch ausgenutzt werden, wenn man die Einkäufe mal nicht über Hunderte von Metern schleppen muss. Zurück im Hafen schnell alles aus dem Auto gepackt, auf die Red Snapper gebracht und wieder zurück zum Auto. Nun nur noch zum Autovermieter fahren, das Auto volltanken und abgeben, und dann mit dem Bus zurück in die Stadt fahren. Ein weiterer schöner Tag ging so zu Ende.
17.08.2023 Ystad nach Malmö
Abfahrt 08.35 Uhr / Ankunft 16.30 Uhr / 57 Seemeilen
Um 08.00 Uhr bei der Tankstelle und 732 Liter Diesel gebunkert.
Danach ging es dann wirklich los und wir haben um 08.35 Uhr den Hafen von Ystad verlassen. Es hat uns sehr gut gefallen. Einziger Wehmutstropfen war, dass es im Hafen stark nach Faulendem gerochen hat. Dies kam davon, dass es vom Dienstag-Sturm Seegras ins Hafenbecken geschwemmt und das zu faulen begonnen hat. Heute am Abreisetag hat man davon fast nichts mehr gerochen. Das Seegras ist vermodert und gesunken. Das ist eben Natur pur ;-)
Kapitän Markus hat Kurs 240° im Autopilot eingestellt, und diesem Kurs sind für ca. 20 Seemeilen bis zum Smygehuk gefolgt. Dort drehten wir ab auf Kurs 270°, an Trelleborg und dem Stavstens Udden vorbei bis Höllviken auf der Halbinsel Falsterbo. Durch die Halbinsel führt der Falsterbokanal, welcher einem das Umfahren der Halbinsel erspart. Kurz vor der Kanalausfahrt (nördlich) mussten wir ca. 45 Minuten auf die Öffnung der Brücke warten. Die Öffnungen sind "nur" alle zwei Stunden. Um 14.00 Uhr war es dann soweit und wir passierten die Brücke und wir fuhren in den Höllviken. Weiter Richtung Nordwest, unter der Öresund-Brücke durch und dann bis vor Malmö, wo wir in den Dockan Hafen eingelaufen sind. Kurz vor der Hafeneinfahrt passierten wir den Turm "Turning Torso", das Wahrzeichen von Malmö. Im Dockan Hafen haben wir sofort einen Platz gefunden. Der Hafen liegt mitten zwischen neuen Wohnhäuser. Früher war das Becken ein Teil des Industriehafens, welcher zum City-Hafen umgebaut wurde. Auch wenn man nun denkt, dass es sicher laut und hektisch hier zu und her geht. Fehlgedacht, es war richtig angenehm und ruhig.
18. - 20.08.2023 Malmö
Wir haben es uns in Malmö richtig gut gehen lassen. Die Tage waren gefüllt mit Shoppen (Geschenke), Stadt besichtigen, Ausflug mit dem Zug über die Öresund-Brücke nach Kopenhagen, etc., etc. Der Schrittzähler von Markus hatte auf jeden Fall viel zu tun, resp. zu zählen. Malmö ist eine interessante Stadt mit viel Gegensätzlichem. Und überall hat es Begegnungszonen - ob zum Baden, Sonnenbaden, Treffen, Trinken, Spielen, Geniessen, Spazieren. Einfach für jeden etwas.
21.08.2023 Malmö nach Kyrkbacken/Insel Ven (letzte Station in Schweden)
Abfahrt 12.35 Uhr / Ankunft 15.30 Uhr / 24 Seemeilen
Wir hatten es nicht eilig. Also sind wir nach dem Duschen nochmals in die Stadt spaziert und haben das eine oder andere noch eingekauft. Und da wir ohne Frühstück losmarschiert sind, assen wir in der Stadt Sandwiches und haben die Sonne im Strassen-Café genossen. Zurück bei der Red Snapper zeigte der Schrittzähler schon wieder mehr als 10'000 Schritte getan - hihi Tagessoll erreicht. Aber dann war wirklich mal Zeit, die Leinen zu lösen und raus aus dem Dockan Hafen zu tuckern. Unsere Reise ging wieder in den Öresund hinaus mit Richtung Nordwest. Unser Ziel lautete die Insel Ven, welche zwischen Dänemark und Schweden liegt und zu Schweden gehört. Vor der Insel war richtig viel Schiffsverkehr, nicht nur die kleinen sondern auch die grossen Schiffe haben sich gekreuzt, gequert und überholt. So war z.B. auf unserem Kurs auch ein Frachtschiff unterwegs, aber noch hinter uns. Da aber diese Schiffe schneller sind als wir und auch kräftiger, weicht man lieber aus. Das ist auch gar nicht feige😃 . Auf der Südseite der Insel gibt es den Hafen von Kyrkbacken (Kyrk = Kirche), welchen wir angelaufen sind. Wenn ihr die Fotos anschaut, wisst ihr warum diese Ortschaft etwas mit "Kyrk" zu tun hat. Es ist ein sehr schöner Hafen, hat viele Plätze (ca. 100), aber doch ist er idyllisch geblieben. Nach der Anmeldung sind wir ein wenig rumspaziert, aber auch nicht mehr. Wir hatten ja schon das Tagessoll an Schritte erreicht. Man könnte jetzt meinen, dass wir darauf achten. Stimmt eigentlich nicht. Aber irgendwann hat es uns interessiert zu wissen, was wir denn so rumlaufen. Nach einem Apéro haben wir schon bald mit der Zubereitung des Abendessens begonnen. Es gab Gemüse und ein feines Stück Fleisch. Noch während dem Essen hat es sich abgezeichnet, dass es eine schöne Abendstimmung geben wird. Markus wollte lieber auf dem Schiff bleiben und hat sich anerboten, den Abwasch zu erledigen, während ich die Abendstimmung vom Kirchlein oben geniessen wollte. Zuerst ging es etwas bergwärts zum Kirchlein hoch und danach bin ich auf dem Hügelzug der Sonne entgegen marschiert und wieder zum Strand. Der Rundweg hat sich in jeder Hinsicht gelohnt und viele Fotos habe ich geknipst.
22.08.2023 Kyrkbacken/Insel Ven (Schweden) nach Helsingör (Dänemark)
Abfahrt 10.50 Uhr / Ankunft 12.20 Uhr / 10 Seemeilen
Tschüss Insel Ven, Tschüss Schweden. Heute sind wir bereits weiter getuckert. Kurz nach dem Hafen haben wir gegen Norden abgedreht und haben Helsingör angesteuert. Um ca. 11.15 Uhr haben wir das schwedische Hoheitsgebiet verlassen und sind in das dänische Hoheitsgebiet eingedrungen 😉. Und wie es sich gehört, hat Markus die dänische Gastland-Flagge gehisst. Nun liegen wir in Helsingör in einem grossen Hafen, welcher direkt neben dem Kronborg Slott (Slott = Schloss) liegt. Übrigens liegt Helsingör direkt gegenüber von Helsingborg, welches in Schweden liegt und wir um den 10.06.2023 besucht hatten. Irgendwie hat sich fast ein Kreis geschlossen. In Hesingör bleiben wir sicher mal für zwei Nächte. Wie es ausschaut, wird einem hier einiges geboten. Nur schon das Schloss muss besichtigt werden.
23.08.2023 Helsingör
Heute war Ruhe- und Allerlei-Tag. Nach dem Frühstück gingen wir zuerst in ein kleines Aquarium ganz nah beim Hafen. Es ist vor allem für Kinder gedacht, wo sie auch in zwei Becken die Tierchen anfassen dürfen und in einem Aussenbereich können sie mit selbstgebastelten Angelleinen versuchen, Krebse zu fangen, die dann aber wieder freigelassen werden. Danach kam das Werft-Museum resp. die Kulturwerft dran. Im alten Areal wird u.a. in einer Halle die Geschichte des Schiffsbau und Arbeitsplatz von Helsingör dokumentiert. Für mehr als 100 Jahre war die Werft der grosse Arbeitgeber von Helsingör. Die Mehrheit der Einwohner waren dort beschäftigt. Dann gibt es ein altes Gebäude, das mit einem modernen Stahl-/Glasbau überbaut wurde. Hier findet man eine Bibliothek, Restaurants, Touristen-Info-Center und Ausstellungsräume. Und das alles vor dem alten Hafen und dem Schloss Kronborg. In einer anderen Halle ist ein Speisemarkt/Street Food untergebracht. Und wer hier nichts zu essen oder zu trinken findet, ist selber Schuld. Die Einrichtung ist auch ganz ulkig, viele alte Sitzgelegenheiten und Tische wurden zusammengesucht und aufgestellt. Ein lebendiges Bild und das mit Wiederverwertung von alten Möbelstücken. Und dann war natürlich noch Lädele angesagt. Quer über die Strasse und schon war man in der Altstadt resp. in der Einkaufszone. Auf dem Marktplatz haben wir uns eine Erfrischung gegönnt und dann ging es auch schon weiter mit unserer Erkundungstour. Irgendwann sind wir auf ein Lebensmittelgeschäft gestossen und so wurde auch unser Kühlschrank wieder voll. Und vielleicht ahnen die einen oder anderen auch schon was dann passiert ist. Mann brachte Einkäufe auf's Schiff, Frau ging weiter erkunden. Irgendwann beim Kreuz und Quer marschieren bin ich zum Bahnhof gelangt. Das ist dann mal ein Prachtsgebäude und die Bahnhofshalle aller feinste Sahne. Wunderschön! Und am Abend wurden wir einmal mehr mit einer wunderschönen Abendstimmung beschenkt.
24.08.2023 Helsingör nach Gilleleje
Abfahrt 10.40 Uhr / Ankunft 12.50 Uhr / 14 Seemeilen
Übrigens sind wir Seeländer im Seeland unterwegs. Genau, die Insel, welche wir im Moment umfahren, heisst Seeland. Ist doch witzig, oder?!
Nach zwei Tagen in Helsingör war es an der Zeit, weiterzutuckern. Wir sind nach dem Hafen durch die Dybe Rende in Richtung Nordwest gefahren, an den Ortschaften Alsgarde und Hornbaek und dem Huk Nakkehoved vorbei und schliesslich rein in den Hafen von Gilleleje. Eigentlich hätten wir einen längeren Törn geplant, aber der Wind spielte wieder einmal sein Spielchen mit uns. Also kurzerhand einen anderen Hafen suchen und wir haben sehr gut gewählt. Der Hafen von Gilleleje ist ein aktiver Fischereihafen mit vielen Bistros, Fischräuchereien, Fischläden, maritime Shops und und und. Da ist was gelaufen, Tag und Nacht. Aber nicht so, dass es in der Nacht gestört hätte. Es war einfach Betrieb und Leben. Und das Dorf hatte schmucke Strohdach-Häuser.
25.08.2023 Gilleleje nach Lynaes
Abfahrt 10.55 Uhr / Ankunft 14.40 Uhr / 27 Seemeilen
Kurz nach der Hafenausfahrt von Gilleleje drehten wir nach Westen ab und nach ca. 10 Minuten wechselten wir den Kurs auf Westsüdwest bis zur Halbinsel Halsnäs. Danach führte uns der Seeweg an der Ortschaft Hundested vorbei, welche am äussersten Punkt der Halbinsel Halsnäs lag. Direkt danach mussten wir einer betonnten Fahrrinne für ca. 2.5 Seemeilen nach Süden folgen, die uns durch das Saetteriet in den Österlöb führte. Ja, und dann ging es nach einer ca. 135°-Wende wieder Richtung Nordwest hinein in den Hafen von Lynaes. Dieser Hafen liegt am Eingang zum Isefjord.
26.08.2023 Lynaes nach Roskilde
Abfahrt 09.10 Uhr / Ankunft 13.10 Uhr / 27 Seemeilen
In der Nacht hat Regen eingesetzt und am Morgen war alles trüb und kühl. Die Wolken hingen tief. Aber egal, wir lösten die Leinen und sind aus dem Hafen Lynaes, welcher am Tor zum Isefjord liegt, rausgefahren. Wir sind jedoch nun nicht ins Isefjord reingefahren, sondern haben uns links gehalten und fuhren ins Roskilde-Fjord. Zuerst ging es Richtung Osten, durch den Kulkus Rende bis auf die Höhe der Stadt Frederiksvaerk. Plötzlich meinte Markus, dass er irgendein Tier im Wasser gesehen hätte. Also Augen auf und tatsächlich kreuzten ein paar Schweinswale (sehen aus wie kleine Delfine) unseren Weg. Leider ging es aber viel zu schnell vorbei, so dass ich keine Bilder schiessen konnte. Nach Frederiksvaerk drehten wir auf einen Süd-Kurs bis vor Frederikssund. Bei Frederikssund mussten wir zwei Brücken - die Kronprins Frederiks Bro und die Kronprinsesse Mary's Bro - passieren, wobei die erste geöffnet werden musste. Die Öffnungszeiten sind nur alle volle Stunden. Unser Plan war, die Öffnung von 11.00 Uhr zu erreichen. Und wie ein Schweizer Uhrwerk waren wir um 10.45 Uhr vor der Brücke und um 11.00 Uhr wurde die Brücke geöffnet. Hat super geklappt. Bei der zweiten Brücke, die von Mary, konnten wir unten durchfahren. Die Durchfahrtshöhe ist 22 Meter. Die Fahrt ging immer weiter tief ins Roskilde-Fjord rein bis es nicht mehr weiter ging. Dann waren wir nämlich vor Roskilde und haben im grossen Yachthafen festgemacht. Leider war aber unser ausgewählte Platz nur für Bootswäsche gedacht. Er war wohl angeschrieben mit Pusleplads (übersetzt Puzzleplatz), aber irgendwie sagt das doch auch nichts aus. Oder? Gemerkt haben wir es, weil via HafenApp dieser Platz nicht gewählt werden konnte und uns eine freundliche Frau darauf aufmerksam gemacht hat. Also die Red Snapper wieder losbinden und einen anderen Platz suchen und auch gefunden. Nun konnte auch bezahlt werden. Nicht dass es um's Bezahlen ginge, aber ohne die Registrierung bekommt man auch keinen Zutrittscode für die Duschen, WCs und Waschmaschinenraum. Übrigens während der ganzen Fahrt wurde das Wetter immer besser und die Anlegemanöver haben wir bei schönsten Sonnenschein gemacht. Passt doch!
27.08.2023 - 28.08.2023 Roskilde
Wir haben drei Nächte in Roskilde verbracht. Zum einen weil es viel anzuschauen gab und zum anderen weil wir am Montag noch etwas Shoppen wollten. Wirklich WIR! Am Sonntag sind wir ins Wikinger-Museum direkt beim Hafen gegangen. Roskilde und sein Fjord waren vor über 1'000 Jahren Wikinger-Land. Im Museum sind u.a. fünf Boote mit teils Original-Hölzern ausgestellt der Wikinger ausgestellt. Sie werden die fünf Wikingerschiffe von Skuldelev genannt. Sie wurden so genannt, weil die Wikinger-Schiffe bei Skuldelev im Roskilde-Fjord ausgegraben wurden. Die Schiffe wurden ca. 1070 n.Chr. zum Schutz und zur Kontrolle der Hauptfahrrinne des Fjordes vor feindlichen Angriffen versenkt. Roskilde war danach und eigentlich heute noch über eine tiefe Fahrrinne zu erreichen, die eine gute Ortskenntnis voraussetzte, welche der Feind natürlich nicht hatte. In den 1960er Jahren fand man Artefakte. Die Einzigartigkeit und Bedeutung der Funde riefen Archäologen auf den Plan. Die Geschichte und auch eine Schlacht im Fjord wurde sehr gut erklärt und dargestellt. Der Tag endete mit einem Apéro auf der Red Snapper und einem Znacht im modernen Hafenrestaurant. Am Montag war Waschtag, Shopping, Lebensmittel einkaufen und ein feines Abendessen auf der Red Snapper geniessen. Es war sogar richtig schön warm, ohne Regen und Wind.
29.08.2023 Roskilde nach Odden
Abfahrt 08.45 Uhr vom Platz / 09.10 Uhr von der Tankstelle / Ankunft 15.35 Uhr / 49 Seemeilen
Wir wollten eigentlich nochmals Diesel bunkern, aber unsere Kreditkarten wollte es nicht akzeptieren. Ohje, weiss der Kuckuck warum? Also sind wir rausgefahren ohne zu Tanken. So wie wir nach Roskilde gekommen sind, so ging es auch wieder raus, durch den Roskilde-Fjord. Dabei passierten wir die Inseln Elleore, Eskilsö, Lilleö, Pyls, Kölholm und Oksneholm. Nach ca. vier Stunden Fahrzeit verliessen wir das Isefjord (das Roskilde-Fjord führt in das Isefjord) und fuhren hinaus in das Kattegat, genauer in die Hesselö Bugt. Bevor wir jedoch wieder im offenen Gewässer waren, mussten wir ca. drei Seemeilen einer Fahrrinne folgen. Wir haben es ja da einfach mit Kartenmaterial und Plotter, aber vor 1'000 Jahre war es für Ortsunkundige schwierig. Sobald wir in der Hesselö Bugt waren, drehten wir nach Westen ab und fuhren der Küste entlang bis Odden. Odden liegt auf einer Landzunge, die Sjaellands Odde. Ein kleiner Hafen mit aktiver Fischerei und Holzschiffsreparatur-Werft. Leider ist das Dorf nicht so eine Augenweide und man merkt extrem, dass die Ferien vielerlands vorbei sind. Es ist ruhig und wirkt verlassen. Aber wir geniessen es!
30.08.2023 (Vollmond) Odden nach Ballen/Insel Samsö
Abfahrt 10.05 Uhr / Ankunft 14.45 Uhr / 36 Seemeilen
Nach einer ruhigen Nacht haben wir Odden bereits wieder verlassen. Nach Odden tuckerten wir durch den Prins Christians Grund nach Nordwesten bis über Landzunge von Sjaellands Odde. Danach drehten wir auf Südwesten ab, nördlich an der Insel Sejerö vorbei und nahmen Kurs auf die Insel Samsö. Es ging durch den Samsö Belt, welcher zum Grossen Belt gehört. Und ihr glaubt es nicht, aber so um ca. 10.50 Uhr tauchte doch plötzlich ein Seehund hinter unserem Heck auf und schaute uns an mit seinen grossen Kulleraugen. Wie es aber natürlich war, war ich wieder zu langsam mit der Kamera zur Hand und der Seehund ist abgetaucht und hat sich in unserem Fahrwasser von uns entfernt. Ein paar Mal ist er noch aufgetaucht, aber auf dem Foto hätte man ausser einem schwarzen Punkt nichts erkannt. Aber endlich haben wir wenigstens einen gesehen! Ca. vier Stunden später haben wir im Hafen von Ballen auf der Insel Samsö festgemacht. Hier blieben wir für einige Tage und haben die Insel mit den Faltvelos und zu Fuss etwas erkundet.
31.08.2023 - 02.09.2023 Ballen auf der Insel Samsö
Wir haben mit dem Faltvelo und auch zu Fuss viele Kilometer hinter uns gelassen. Es hat uns so gut in Ballen gefallen, dass wir sogar um zwei Tage den Aufenthalt verlängert haben. Als wir am Mittwoch im Hafen ankamen, konnten wir uns aussuchen, wo wir unseren Liegeplatz haben wollten. Am Freitag-Abend sah dann schon alles ganz anders aus und am Samstag dann nochmals anders. Es wurde gepäckelt und viele Dänen kamen für das Wochenende hierher. Anscheinend ist Ballen beliebt für einen Wochenend-Trip. Wir können es nachvollziehen und dazu hatten wir herrliches Wetter.
Am Samstag machten wir einen Ausflug ans Stavns Fjord, welches nördlich von Ballen liegt. Dabei kamen wir durch die Ortschaft Besser (heisst wirklich so). Und mitten im Dorf gab eine Garage, die "The Morgan Garage" hiess. Für Autokenner ist klar, was das bedeutet. Ein Einwohner, vermutlich mit einem grossen Bankkonto, hat eine grosse Sammlung von der Automarke Morgan, viel Bildmaterial, verschiedene andere alte Sammlerstücke, Morgan-Kinderfahrzeuge, eine Autorennbahn und und und. Er hat auch eine Homepage www.themorgangarage.com. Ein Morgan war ganz speziell, den er von einem Schweizer gekauft hatte. Er erzählte, dass er auf das Auto aufmerksam wurde und das Auto aber eigentlich nicht dem Original entsprach. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Schweizer kam dann heraus, dass es sich dabei um ein Prototyp des AeroMax handelte. Also eine Rarität, um nicht zu sagen ein Unikat.
03.09.2023 Ballen/Insel Samsö nach Kerteminde
Abfahrt 11.15 Uhr / Ankunft 15.00 Uhr / 29 Seemeilen
Nach drei wunderschönen Tagen (vier Nächte) haben wir Ballen verlassen. Zuerst ging es aber nochmals in den Dorfladen und zum Fischer. Aber dann hiess es Leinen los und raus in den Samsö Belt. Kurz nach der Hafenausfahrt stellte Markus den Autopilot auf Kurs 173° ein. Diesem Kurs folgten wir für ca. drei Stunden. War so geplant. Aber schon nach ca. 45 Minuten mussten wir den Kurs ändern, da die Wellen zu stark von der Seite kamen. Da war sogar der RotorSwing etwas überfordert. Also immer mal wieder den Kurs anpassen bis wir im Schutz der Insel Fyn waren. Die Insel Fyn ist eine der Hauptinseln von Dänemark und liegt gegenüber der Insel Sjaelland (Seeland). Es ging vorbei an der kleinen Insel Romsö, am Stavreshoved und hinein in die Kerteminde Bugt. Übrigens irgendwann im offenen Gewässer mussten wir um einen Quadranten fahren, die Tiefe war nur gerade mal 1.3m. Es lohnt sich, die Karten gut zu studieren! Schon bei der Hafeneinfahrt haben wir gesehen, dass an einem Kopfsteg ein Schweizer Segelschiff festgemacht hat. Und es gab noch Platz für ein weiteres Boot. Also haben wir uns diesen Platz geschnappt und nun lagen zwei Schweizer Boote hintereinander. Hopp Schwiiz! Wir bleiben zwei Nächte. Am Reisetag war trübes Wetter, aber es kommt wieder Sonnenschein. Mal schauen, was Kerteminde zu bieten hat. Übrigens haben wir das eine oder andere Boot, welches in Ballen für's Weekend war, hier wieder getroffen.
04.09.2023 Kerteminde
Da wir genügend Zeit zur Verfügung haben, blieben wir zwei Nächte in Kerteminde. Es hat sich auch gelohnt. Zum einen kam die Sonne zurück und zum anderen hat uns das Städtchen gut gefallen. Vom Hafen aus konnte man gar nicht sehen, was für ein Charme Kerteminde hat. Auch der alte Fischereihafen hat viel Flair und auf dem Areal gibt es immer noch Fischfabriken und ein Fischauktionsmarkt. Dann ist da noch das Kerteminde Fjord/Kertinge Nor, welches sich Richtung Westen in die Insel Fyn erstreckt. Nach dem Engpass ins Hinterland reihen sich am Nor alte Fischerhäuschen, restaurierte kleine Reihenhäuser mit ihren gepflegten Gärtchen und Badestrände entlang. Kerteminde ist auf jeden Fall ein Aufenthalt wert, ob zu Land oder zu Wasser. Dazu wurden wir für's Bleiben mit einem wunderschönen Sonnenuntergang und Mondaufgang belohnt.
05.09.2023 Kerteminde nach Nyborg
Abfahrt 09.55 Uhr / Ankunft 13.00 Uhr / 21 Seemeilen
Nach Duschen, Frühstücken und Zusammenräumen haben wir Kerteminde vor 10.00 Uhr verlassen. Wir tuckerten der Ostküste der Insel Fyn entlang und, man staune, ohne Wellengang. Die Ostsee zeigte sich für einmal von der ruhigen, braven Seite. Nach Kristianslund fuhren wir unter der Storebaelt-Brücke (Storebaelt = Grosser Belt) durch, um die Halbinsel Österö und dann hinein nach Nyborg. Bevor wir an einem Hafenplatz festmachten, bunkerten wir etwas Diesel. Danach haben wir uns einen Anlegeplatz ausgesucht und haben im Hafenkantor via Automat die Liegeplatzgebühr bezahlt. Von dort sind wir dann direkt in den neuen, nebenanliegenden Hafen spaziert. Und was ist passiert? Uns hat dieser Hafen viel besser gefallen und die bezahlte Gebühr galt auch hier. Also zurück zur Red Snapper, Leinen gelöst, um ein altes Pier (hier stehen heute Wohnhäuser) gefahren, rein in den neuen Hafen und wieder die Leinen angebracht. Nach dieser strengen Arbeit (😉) hatten wir uns ein Apéro und ein verspätetes Mittagsschläfchen verdient. Leider habe ich so tief geschlafen, dass ich nicht mitbekam, dass Schweinswale ins Hafenbecken geschwommen sind. Markus seine Weck-Bemühungen haben nicht gefruchtet.
06.09.2023 Nyborg
Wie bereits geschrieben haben wir Zeit, um es ruhig angehen zu lassen. Deshalb sind wir auch in Nyborg nochmals eine Nacht geblieben. Auch diese Kleinstadt hat mehr zu bieten als man zuerst vermutet. Nebst schönen Lädeli-Strassen gibt es ein altes Schloss mit Schlossteich, Parkanlagen, Museen und vieles mehr. Und die Sonne lachte immer noch für uns.
07.09.2023 Nyborg nach Kirkehavn/Insel Omö
Abfahrt 10.20 Uhr / Ankunft 13.15 / 19 Seemeilen
Wer genau liest, stellt fest, dass wir "nur" kleine Hüpfer machen. Und das ist gut so!
Bereits in der Nacht hat wieder stärkeren Wind eingesetzt und das leider genau in Richtung Hafeneinfahrt. Was zur Folge hatte, dass es Schwell gab und die Red Snapper nicht mehr ruhig im Wasser lag. Folge dessen war meine Nachtruhe nicht so erholsam. Markus steckt das jeweils besser weg. Trotz Wind war aber klar, dass wir unsere Reise fortsetzen. Wir haben uns gedacht, dass wenn es bewölkt ist, das doch ein guter Tag für die Weiterreise ist. Also sind wir raus in den Nyborg Fjord gefahren. Die Wellen hatten wir auf den Bug. Je weiter wir in den Grossen Belt hinausfuhren, desto höher wurden Wellen. Eigentlich klar, oder?! Teils ragte der Bug 45° und mehr in die Höhe und entsprechend klatschte er dann zurück ins Wasser, was Wasserfontänen über das ganze Boot spritzte. Zum Glück hatte ich vorsorglich alles gut verstaut, so dass ich nur mich festhalten musste. So ging das eine Zeitlang, bis wir näher zur Insel Omö kamen. Die Wellentäler wurden kleiner und die Gischt reichte nicht mehr über den Bug. Nach ca. 2.5 Stunden haben wir unser Ziel, die Insel Omö, den Hafen von Kirkehavn erreicht. Der kleine Hafen ist etwas eng aber auch idyllisch. Dazu ist er auch ein Fährhafen. Aber von der Ein- resp. Ausfahrt der Fähre spürte man fast nichts. Hier blieben wir eine Nacht. Deshalb bin ich, während Markus seiner Ruhezeit, zu Fuss die Insel erkunden gegangen. Zurück bei der Red Snapper haben wir uns an die Zubereitung des Abendessens gemacht. Schon während dem Essen zeichnete sich ein schöner Sonnenuntergang ab. Also nur das Geschirr reingetragen und schnell zum Strand spaziert. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Seht selber die Fotos davon.
08.09.2023 Kirkehavn/Insel Omö nach Femö Havn/Insel Femö
Abfahrt 11.25 Uhr / Ankunft 14.35 Uhr / 22 Seemeilen
Morgens um 07.00 Uhr hatte es Nebel über allem, um 09.00 Uhr zeigte sich bereits die Sonne zwischen den Nebelschwaden und bei unserer Abfahrt herrschte schönster Sonnenschein und blauer Himmel. Wenn Engel reisen! Also haben wir die Leinen gelöst und sind wieder in den Grossen Belt hinausgefahren. Zuerst fuhren wir einen Fastnord-Kurs. Dann folgte eine Kurskorrektur und wir tuckerten zwischen den Inseln Omö und Agersö durch. Danach drehten wir auf Südwest ab, passierten die Insel Vejrö östlich und hielten auf die Insel Femö zu. Wie ihr sicher festgestellt habt, sind wir unter die Inselhüpfer gegangen. Aber das ist in Dänemark auch nicht schwer, denn Dänemark besteht aus ca. 407 Inseln, von denen ca. 80 bewohnt sind. Nun liegen wir auf der Insel Femö im Femö Havn. Es ist sehr schön hier. Man spürt aber, dass für viele die Bootsaison zu Ende ist. Ein Hafenplatz zu finden, wie klein auch ein Hafen ist, stellt keine Herausforderung dar. Nach der Anmeldung (wieder per Automat) sind wir im Häfeli etwas rumspaziert und haben dabei den Laden (gelbes Gebäude auf dem Foto), mit allem was man wirklich braucht, entdeckt. Richtig süss!
09.09.2023 Femö Havn nach Saksköbing
Abfahrt 10.45 Uhr / Ankunft 13.10 Uhr / 17 Seemeilen
Den Morgen haben wir ruhig angehen lassen. Zuerst überlegten wir auch noch, eine weitere Nacht anzuhängen. Haben uns aber dann doch dagegen entschieden und die Leinen wurden gelöst. Es ging wieder in den Grossen Belt raus. Zuerst fuhren wir zwischen den Inseln Femö und Fejö durch, Richtung Südost, dann zwischen den Inseln Fejö und Lilleö. Die Inseln Lilleö und Askö haben wir westlich passiert. Nach der Insel Askö mussten wir uns in betonntes Fahrwasser begeben, welches uns in den Saksköbing Fjord führte. Diesem Fjord folgten wir für ca. fünf Seemeilen bis nach Saksköbing. Weiter ging es nicht mehr, wir hatten das Ende des Fjords erreicht. Gut vertäut liegen wir an der Seitenmole. Saksköbing ist eine kleine Stadt auf der Insel Lolland, eine der Hauptinseln, die viertgrösste des dänischen Mutterlands. Die Ortschaft und Umgebung wollen wir in den nächsten zwei Tagen erkunden.
10.09.2023 Saksköbing nach Kragenaes (beide auf der Insel Lolland)
Abfahrt 10.35 Uhr / Ankunft ?? / 14 Seemeilen
Wie ihr seht, sind wir nach einer Nacht in Saksköbing weitergereist. Als wir aufwachten, war dichter Nebel. Und zudem hat Saksköbing nicht so viel zu bieten, weder in der Umgebung noch das Städtchen selber. Zum Glück haben wir eine kleine Erkundungstour gestern noch bei Sonnenschein gemacht. So haben wir nach dem Frühstück und Aufräumen wieder die Leinen gelöst und sind weiter gegondelt. Wir fuhren das Fjord wieder raus - dieses Mal im Nebel. Die Sicht war solala. Markus sah ca. drei Betonnungen weit. Wieder im Grossen Belt fuhren wir mit Kurs Nordwest an der Insel Askö vorbei. Auf Höhe der Südspitze der Insel Fejö drehten wir nach Westen ab und tuckerten auf Kragenaes zu. Hier bleiben wir definitiv für zwei Nächte. Es gibt eine Sehenswürdigkeit hier, die unbedingt besucht werden muss. Lasst euch überraschen.
11.09.2023 Kragenaes
Heute war wieder herrlicher Sonnenschein. Genau richtig für einen Ausflug und auch zum Waschen. Bekanntlich trocknen Kleider besser bei Sonnenschein als im Nebel ☺. Nun aber zu unserem Ausflug zu Fuss. Etwas mehr als ein Kilometer vom Hafen entfernt gibt es die Steinskulpturen "Dodekalitten". Das sind 12 Steinfiguren (Dodekalitten = Zwölf-Steine (im Griechischem)). Die Figuren sind in Granit gemeisselt, 7-9m hoch und zwischen 25-45 Tonnen schwer. Vor den Figuren gibt es Sitzsteine, aus denen elektronische Musik klingt. Die Musik wird eigens für diesen Ort komponiert. Genau "wird", denn diese Musikinstallation "Solkreds" kreiert sukzessive sich verändernde Klangkulissen für die Skulpturen. Die Musik ist nicht im Vorhinein festgelegt. Sie wird von einem Computerprogramm laufend erschaffen. Wenn man sich dann zwischen diesen Figuren befindet oder auf einem Stein sitzt und die Musik dazu hört, ist die Atmosphäre irgendwie mystisch. Es ist nämlich so, dass das Projekt neuzeitlich ist - gestartet im 2010 und ca. 2025 soll es fertiggestellt sein. Ein Stein fehlt komplett und zwei sind noch nicht behauen. Etwas von den Dodekalitten entfernt gibt es Grabhügel. In einem Hügel existiert noch ein Ganggrab aus der Jungsteinzeit (3500 - 2500 vChr.). Eine interessante Gegend - alt und neu liegt nebeneinander. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
12.09.2023 Kragenaes nach Spodsbjerg/Insel Langeland
Abfahrt 11.30 Uhr / Ankunft 14.45 Uhr / 24 Seemeilen
Nach dem wunderschönen und interessanten gestrigen Tag ging es heute wieder weiter. Wir verliessen Kragenaes und die Dodekalitten und fuhren zuerst wieder etwas in den Norden, vorbei an der Insel Fejö. Danach liessen wir die Inseln Ragö und Ragö Kalv hinter uns und schipperten der Nord-Küste von Lolland entlang, durch den Ragö Sund. Danach folgte die Kursänderung auf West in Richtung der Insel Langeland. Zwischen den Inseln Lolland und Langeland gibt es viele Tiefwasser-Schiffsrouten für die Frachtschiffe. Kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Spodsbjerg mussten wir eine solche queren. Aber es musste ja so kommen und ein Frachtschiff, die Cerus, nahm uns den Vortritt. Nein Spass beiseite, die hatte natürlich Vortritt und wir nahmen etwas Gas zurück, so dass wir hinter der Cerus passieren konnten. Kaum waren wir durch die Fahrrinne, fuhr die MSC Jersey hinter uns durch. Wir durften für einen Moment mit den ganz Grossen mitspielen! Übrigens die Cerus fährt nach Port Said/Ägypten.
So und wir sind auf einer weiteren dänischen Insel gestrandet. Es ist die achte Insel und die letzte. Von hier geht es in zwei Tagen weiter in Richtung Deutschland resp. Heiligenhafen.
13.09.2023 Spodsbjerg
Der heutige kurz zusammengefasst:
In Ruhe gefrühstückt
Abgewaschen
Gelesen und rumgehangen
Zum Fischereihafen spaziert (wollten frische Fische kaufen - war nichts)
Markus hat ein kleines Mittagsschläfchen gehalten
Regen hat eingesetzt
Nach dem Regen einkaufen gegangen
Susanne hat noch etwas die Gegend erkundet
Abendessen gekocht (feine Pizza und ein Glas Rotwein)
Abend ausklingen gelassen
Bettruhe
Spodsbjerg ist unsere letzte Station in Dänemark gewesen. Morgen geht es nach Heiligenhafen/D, wo die Red Snapper am Mittwoch ins Winterlager kommt.
14.09.2023 Spodsbjerg/DK nach Heiligenhafen/D
Abfahrt 08.25 Uhr / Ankunft 15.10 Uhr / 43 Seemeilen
Wir sind wieder einmal früher am Morgen losgefahren als die letzten Male, hatten wir doch eine längere Reise vor uns. Nach dem Leinen lösen sind wir raus in den Grossen Belt gefahren. Kurz nach der Ausfahrt drehten wir auf Kurs Süd ab. Irgendwann passierten wir die Grenze Dänemark/Deutschland. Und natürlich hatte Markus im Vorfeld die deutsche Gastland-Flagge bereitgelegt und sie im richtigen Moment auch gehisst. Wat mutt, dat mutt (Was sein muss, muss sein). Bei der Insel Fehmarn durchquerten wir die Kieler Bucht, dann den Fehmarn Sund. Nach Fehmarn drehten wir auf Ost ab, vorbei an der Halbinsel Steinwarder/Graswarder. Hinter dieser Halbinsel liegt gut geschützt Heiligenhafen. D.h. zuerst ging es nach Osten und nach der Halbinsel-Spitze zurück Richtung Westen. Bevor wir im grossen Yachthafen von Heiligenhafen einen Platz gesucht haben, fuhren wir in den Kommunalhafen zum Tanken. 300 Liter Diesel haben einen neuen Besitzer gefunden. Und nun liegen wir für sechs Nächte am Steg 8.
15. - 20.09.2023 Heiligenhafen
Vielleicht fragen sich die einen oder anderen, warum wir so lange in Heiligenhafen liegen. Das liegt daran, dass in den letzten Stationen in Dänemark nicht viel los war. Viele Restaurants oder auch Fisch-Läden haben bereits geschlossen. Es gibt fast keine Touristen mehr. Von Heiligenhafen haben wir uns erhofft, dass da noch Leben und etwas Ferien-Feeling herrscht. Und wir wurden nicht enttäuscht. Heiligenhafen gefällt uns sehr gut. Im Hafen und im Ort ist Betrieb. Es hat schöne Flaniermeilen und schöne Shops. In den ersten beiden Tagen sind wir auch viel spaziert. Zuerst haben wir den alten Fischereihafen erkundet, dann die Altstadt mit dem schönen Marktplatz. Danach folgte der Binnensee, welcher direkt westlich hinter dem Hafen liegt. Diesen haben wir umrundet. Es gibt eine schöne Binnensee-Promenade. Kurz vor der Ankunft wieder beim Hafen ist die Seebrücke. Aber wer nun eine alte Seebrücke erwartet, wird enttäuscht. Es ist eine moderne Brücke. Mir persönlich etwas zu nüchtern. Am zweiten Tag spazierten wir auf die Halbinsel/Landzunge Graswerder, welche ein Naturschutzgebiet ist. Von früher gibt es hier aber immer noch historische Häuser. Das Zusammenspiel von Sand, Wasser, Kühen, Gänse, Schwäne, Schilf, die Reet-bedeckten Häuser, etc. ergeben ein schönes Bild und viele Fotomotive. Am dritten Tag war wieder das Hafenareal dran. Man findet immer wieder etwas Neues. Am Abend kam der Regen und Wind, wie gemeldet. Nun verbleiben noch drei Tage, die wir mit Aufräumen, Waschen, vorbestelltes Mietauto abholen in Oldenburg, Kühlschrank leer essen und die Red Snapper "wintertauglich" machen. Am Mittwoch geht es dann in die Yachtwerft Heiligenhafen, wo wir den Winterlagerplatz in einer Halle haben. Also es gibt schon noch einiges zu tun. Was auch heisst, dass unser Abenteuer/unsere Reise sich dem Ende entgegen neigt.
Liebe Familie, liebe Freunde
Wir möchten uns ganz herzlich bei euch bedanken, dass ihr uns auf unserer Reise virtuell oder auch persönlich begleitet habt. Vor allem danken wir den Personen, die unser Zuhause in Gerolfingen gehütet oder unsere Post organisiert haben. Trotz digitalem Zeitalter braucht es helfende Menschen vor Ort.
Wir durften, wie im 2018, eine wunderschöne Zeit auf den höllandischen, deutschen, dänischen und schwedischen Gewässern verbringen. Die Red Snapper hat uns zuverlässig und sicher durch die nördlichen Wasserstrassen geführt. Kapitän Markus hatte alles fest im Griff, was nicht immer einfach war. Vor allem durch die Schärenwelt musste er konzentriert bleiben. Und überhaupt hat die Ostsee seine Tücken. Da ist man auf offener See, weit und breit nichts zu sehen, aber plötzlich gibt es eine Untiefe von weniger als zwei Metern. Schnell ist da ein Propeller-Schaden oder Schlimmeres passiert.
Zusammenfassung unserer Reise:
Beginn: 09.05.2023 in Drimmelen/Holland
Ende: 20.09.2023 in Heiligenhafen/Deutschland
Seemeilen 2'240 = 4'144 Kilometer
Motorenstunden 316
Besuchte Länder in der Reihenfolge der Etappen: Holland, Deutschland, Dänemark, Schweden, Dänemark, Deutschland
Leider haben wir über die Routen von Göteborg, über den Götakanal, nach Stockholm und die Ostküste Schwedens runter keine Seekarte. Ab Karlskrona/Schweden findet ihr unsere Stationen auf der dänischen Karte unten rechts.
Telefon +41 (0)79 448 08 49 oder +41 (0)79 631 12 45