Unser nächstes Schiffsabenteuer hat am Samstag, 18.05.2019, in Ipsach gestartet. In Lausen BL haben wir einen Zwischenstop eingelegt - Daniela und Christoph Gaugler haben uns Faoug-Böötler zum frühen Abendessen eingeladen. Es war sehr fein und gesellig. Merci viumou! So gegen 20.00 Uhr haben wir Lausen verlassen und sind noch nach Strassbourg weitergefahren. Die Nacht haben wir in einem Hotel verbracht und sind am Sonntag-Morgen ein wenig durch Petite-France spaziert. Gegen Mittag ging die Reise weiter nach Raamsdonksveer, wo wir nochmals eine Nacht in einem Hotel verbracht haben.
Montag, 20.05.2019
Am Morgen war es dann soweit. Wir sind bei der Werft Altena eingetroffen. Marcel und Maurice Pols haben uns freundlich in Empfang genommen. Und schon bald waren wir auf der Red Snapper und haben sie in Beschlag genommen. Leider ist es wie jedes Jahr nach dem Winterschlaf: Das Schiff muss auf Vordermann gebracht werden. Staub und Schmutz mussten entfernt und die Betten neu bezogen werden. Und da wir Besuch bekamen, mussten nicht nur 2 sondern 4 Betten bezogen werden.
Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk sind um 13.00 Uhr Christa und Beat Zurbriggen aus Saas-Fee angekommen. Freude herrschte! Für etwas mehr als eine Woche beherbergte die Red Snapper 4 Personen. Nachdem auch Zubi's ihre Kajüte bezogen hatten, ging es per Auto nach Made zum Einkaufen. Ausser Getränke war der Kühlschrank gähnend leer. Und mit feinen Sachen lebt es sich VIEL besser. Am späteren Nachmittag sind wir noch ausgelaufen mit dem Ziel Drimmelen. Eine erste kurze Fahrt von ca. 30 Minuten und damit hat auch die Rundreise gestartet.
Dienstag, 21.05.2019
Die Reise ging nun offiziell los. Nach dem Frühstück verliessen wir Drimmelen und fuhren durch die Biesbosch nach Gorinchem, wo wir für eine Nacht festmachten. Gorinchem ist ein sehr schönes, gepflegtes Städtchen, Nach einer kurzen Sightseeing Tour ging es zurück zur Red Snapper. Ach ja, Christa hat in einem Wollelädeli schönes Bändchengarn gefunden. Und da man natürlich vor der Abreise nicht an die Freizeitbeschäftigung "Stricken" gedacht hatte, mussten auch Stricknadeln her, hihi! Und die Schreibende wusste gar nicht, dass ausgeflippte und kunterbunte Socken Mode sind. Aber Christa schon. Wir haben einen Laden gefunden mit allerlei verschiedenen Sockenvariationen. Zum Abendessen gab es Raclette mit Käse, den Christa und Beat mitgebracht hatten. Mmmm GUDIGUDIIFEINI. Noch ein gutes Glas Rotwein oder mehrere dazu und schon bald hörten wir das Hejabettchen nach uns rufen. So schnell verging der erste Tag!
Mittwoch, 22.05.2019
Wir verliessen Gornichem wieder und die Reise führte uns über den Merwede Kanal, den Amsterdamrijnkanal, an Utrecht vorbei und bis nach Amsterdam in den Hafen Amsterdam-Marina. Dieser Hafen kannten wir bereits von der Bootsausstellung HISWA te Water, aber nicht als Besucher mit dem Boot. Unser Liegeplatz war direkt am Aussenponton zum Noordzeekanal. Besser geht nicht, konnten wir die Parade aller vorbeifahrenden Frachter/Schiffe abnehmen. Nach dem Anmelden und einem Manöver-Schluck sind wir mit der Fähre zur Centralstation gefahren und von dort dann zu Fuss ins Gewühl von Amsterdam. Wahnsinn diese Menge an Leuten. Da kann man die Einwohner von Amsterdam verstehen, dass sie sich eine Besucher-Einschränkung wünschen, damit sie selber Platz zum Leben und Geniessen finden. Irgendwann haben wir uns entschieden, gleich in der Stadt zu essen. Als wir danach wieder zur Fähre kamen, fuhr sie uns direkt vor der Nase ab - übrigens auch schon beim Übersetzen. Zu dumm auch!!!
Donnerstag, 23.05.2019
Die Amsterdam-Marina ist wirklich sehr feudal eingerichtet. Es gibt sogar Badezimmer mit Badewanne. Beat hat sich ein Bad gegönnt und ist so wunderbar in den Tag gestartet. Nobel, Nobel... Nach dem Frühstück sind wir ausgelaufen in Richtung Markermeer. Aber bevor wir ins Markermeer einlaufen konnten, mussten wir die Oranjesluiz passieren. Und fast hätte ich es vergessen: Der Matrose hat einen Hilfsmatrosen bekommen. Beat hat seine Sache tiptop gemacht. Nach der Schleusung ging's dann nordwärts nach Hoorn. Am Nachmittag sind wir wohlbehalten angekommen und haben im Jachthafen Grashaven festgemacht. Zum Abendessen gab es selber gemachte Pizzas vom Grill und ein Gläschen Rotwein.
Freitag, 24.05.2019
Heute haben wir einen Ruhetag einschaltet und sind in Hoorn geblieben. Aber viel zu ruhen gab es natürlich nicht. Wir mussten auch mal Shoppen. In Hoorn gibt es ein kleines Lederwaren-Geschäft an einer Ecke, das mir jedes Mal, wenn ich in Hoorn war (schon das 3. Mal), etwas verkaufen wollte. Und Christa war auch ein dankbares Opfer! Zudem haben sich Christa und Beat in einem nautischen Laden mit Geschenken eingedeckt und Beat hat 2 Shorts gekauft. Christa kam aus dem Staunen nicht mehr raus, hihi
Samstag, 25.05.2019
Unsere Reise geht weiter und Hoorn gehört der Vergangenheit an. Wir tuckerten den gleichen Weg bis Amsterdam zurück, wie wir gekommen sind. Vorbei an "unserem" Hafen und weiter den Noordzeekanal runter. Nach Nauerna haben wir uns südlich gehalten und sind in die Spaarne eingebogen. Dieser folgten wir bis vor Haarlem, wo wir links abzweigten. Und schon waren wir in der Mooie Nel. Es ist einfach ein wunderschönes Plätzchen zum Verweilen - ruhig, grün und idyllisch. Im Jachthafen hat uns die nette Hafenmeisterin von letztem Jahr einen schönen Platz zugewiesen. Da wir früh dran waren, haben wir uns entschieden mit den Fahrräder nach Haarlem zu pedalieren. Der Einfachheit halber dachten wir, dass wir für alle Velos vom Hafen nehmen, so richtige holländische Fietsen. Okay es war dann nicht ganz so einfach, da die Räder zuerst alle gepumpt werden mussten und dann auch gewöhnungsbedürftig waren. Sie hatten keine Handbremsen sondern Rücktrittbremsen. Das war gar nichts für Christa und ich musste mich nach dem Stoppen fast runterplumpsen lassen. Aber für mich ging es dann irgendwie. Und für Christa hatten wir auch eine Lösung. Markus hat mein Faltvelo rausgeholt und so konnte Christa mit einem guten Gefühl in die Stadt fahren. Es hat alles gepasst und wir sind gut in Haarlem angekommen. Beat und Christa hat die Stadt sehr gut gefallen. Wir hatten zuvor nicht zu viel versprochen. In der Stadt gab es Apéro und auch das Nachtessen. Zur Verdauung durften wir dann wieder zurückstrampeln.
Sonntag, 26.05.2019
Gegen Mittag verliessen wir Mooie Nel und sind wieder auf die Spaarne rausgefahren. Es ging weiter nach Süden und durch Haarlem durch. Nach der 7. Brücke mussten wir eine Pause von ca. 1 1/2 Stunden einlegen. Ein Abschnitt auf der Spaarne war für eine Ruderregatta gesperrt. Ein Durchkommen war erst um 14.00 Uhr möglich. Also haben wir bei einem Passantensteiger festgemacht und hatten auch noch Glück. Der Steiger war direkt vor der Altstadt. So gingen wir nochmals zu Fuss in die Stadt und haben etwas "glädelet" und fotografiert. Pünktlich um 14.00 Uhr konnten wir die letzte Haarlem-Brücke und das Regatta-Gebiet passieren. Nach Heemstede tuckerten wir dann auf dem Kanal Ringvaart bis Kaagdorp. Dort haben wir in einem Seitenarm in einem schönen, kleinen Clubhafen festgemacht. Das Nachtessen gab es auf dem Schiff und liessen dann den Abend gemütlich ausklingen.
Montag, 27.05.2019
Kaagdorp ist auch passé und wir durchfuhren die Kaagerplassen (ein buchtenreicher See), östlich von Leiden vorbei und dann weiter auf dem Vliet op Schie Kanal. An Den Haag kamen wir auch östlich vorbei und irgendwann waren wir auf der Delfse Schie. In Rotterdam fuhren wir nördlich rein und mussten als erstes die Parkschleuse passieren. Danach ging es weiter auf der Nieuwe Maas Richtung Osten. Die Durchfahrt durch Rotterdam war sehr eindrücklich - grossstädtisch, wildes Fahrwasser, viel Verkehr. Der Nieuwe Maas folgten wir bis Krimpen a/d Lek, wo wir dann rechts hielten und auf die Noord (?) einfuhren. Es ging an Alblasserdam und Papendrecht vorbei. Nach Papendrecht ging es auf die Oude Maas und hinein nach Dordrecht, wo wir im Nieuwe Haven festmachten. Damit man in diesen Hafen einlaufen kann, muss man auf das Öffnen der Engelenburger-Brücke warten. Hat alles geklappt und wir befanden uns schon in der Altstadt von Dordrecht. Nach der langen Fahrt war relaxen mit Nachtessen auf der Red Snapper angesagt.
Dienstag, 28.05.2019
Leider war uns das Wetter nicht gut gesinnt - der Tag begann mit Regen. Wir wollten Dordrecht noch etwas erkunden, aber die Altstadt wirkte wie ausgestorben. Kann man ja auch verstehen. Wer, ausser Touristen, geht freiwillig durch eine nasse Stadt. Spätestens um 12.30 Uhr mussten wir den Hafen verlassen haben. Also blieb so oder so nicht viel Zeit. Unser nächstes Ziel war Raamsdonksveer/Keizersveer. Wir haben Beat bei der Werft "rausgeschmissen". Der Arme musste das Auto holen und damit nach Drimmelen fahren, denn morgen ging es für Zubis wieder zurück in die Heimat. Wir 3 tuckerten auf der Red Snapper nach Drimmelen, wo wir den letzten Abend zu viert genossen. Der Kreis hat sich geschlossen und eine schöne Zeit neigte sich dem Ende entgegen. Wir haben uns im Hafenrestaurant More Itz, welches ein stilvolles und an die Berge erinnerndes Restaurant ist (daher vermutlich auch das Wortspiel mit St. Moritz), einen schönen Abend gemacht und sehr fein gegessen. Und sogar das Wetter spielte mit und hat uns einen wunderschöne Abendstimmung beschert.
Mittwoch, 29.05.2019
Der Tag des Abschieds war angebrochen. Wir haben das letzte Mal miteinander ein gutes Frühstück auf der Red Snapper genossen und dann hiess es auch schon Abschied nehmen. Wie sagt man so schön: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Christa und Beat fuhren zurück in die Schweiz und wir blieben noch eine Nacht in Drimmelen. Während diesen 10 Tagen haben wir 180 sm (=333 km) und 35 Motorenstunden zurückgelegt. Wir hoffen, wir konnten den "Berglern" etwas die Wasserwelt näher bringen. Es hat uns auf jeden Fall viel Spass und Freude gemacht!
Unten die Route, welche wir zurückgelegt haben.
Unsere Reise geht nun auf dem Eintrag "Reise ab 29.05.2019" weiter.
Telefon +41 (0)79 448 08 49 oder +41 (0)79 631 12 45