24.06.2018
Wir sind in Schweden, ganz genau im Hafen Langedrag bei Alvsborg / Göteborg!!! Aber der Reihe nach:
Heute morgen um ca. 9.00 Uhr haben wir die Insel Laeso "endlich" verlassen. Es war wunderschön, aber auch an der Zeit, weiterzureisen. Die Fahrt ging sehr gut. Aber auch hier hat es solche Idioten mit viel PS im Maschinenraum - entschuldigt den Ausdruck, aber es gibt kein anderes Wort dafür - die nahe an einem vorbeipreschen. Die Ostsee ist ja auch so klein. Also kurz Kurswechsel vornehmen und quer zu den produzierten Heckwellen fahren und wieder zurück auf den Kurs. So gegen 13.00 Uhr waren wir vor den Schären von Göteborg. Kapitän Markus hat dann eine Route zum Hafen gewählt, die uns durch unsere ersten Schären führte. Es war fantastisch! Der Hof-Fotograf hat nicht genug Bilder schiessen können und weiss jetzt gar nicht, welche er anfügen soll. Die Route ging zwischen Vargö und Styrsö durch, fuhren nördlich an Styrsö vorbei, dann Richtung Norden zwischen Langh und Knarrh durch und alles nordwärts an Köpstadsö und Asperö vorbei. Dann etwas nordöstlich Richtung Langedrag. Wir bleiben nun für 3 Nächte in diesem Hafen und werden Göteborg erkunden. Morgen wollen wir schon mal schauen, ob wir ins Volvo-Museum gehen können.
25.06.2018
Ein neuer schöner Tag geht zu Ende. Heute haben wir die Velos hervorgeholt und sind zuerst zu einer Segel-/Blachen-Manufaktur gefahren. Bei einem Blachenteil war die Reissverschluss-Naht gerissen und musste neu genäht werden. Hat alles tiptop geklappt. Danach ging es weiter ins Volvo-Museum. Das Museum ist gerade beim Pier, wo auch die Kreuzfahrtschiffe festmachen. Heute war ein Schiff der TUI dort. Das Museum war sehr interessant, vor allem auch weil all die schönen alten Autos ausgestellt waren, vom ersten bis zu den heutigen. Man konnte viel über die Firmengeschichte lesen. Und wir haben doch tatsächlich etwas Neues gelernt: Volvo hat auch mal Flugzeug-Motoren hergestellt. Am Ende der Ausstellung zeigten sie Videos über das Volvo Ocean Race. Alle Achtung vor diesen Mannschaften.
Nach einem kleinem Lunch und Glacé im Musuem ging es wieder zurück in den Hafen. Wir haben die Badehose/Bikini montiert und sind mit dem Rad wieder losgebraust. Das Ziel war ein Felsen, wo wir gestern bei der Vorbeifahrt viele baden gesehen haben. Und wir wollten uns auch den anderen Hafen ansehen. Aber welchen anderen Hafen. Es gibt um jede Ecke einen Hafen. Das reinste Paradies. Aber zuerst zum Badefelsen. Wir haben ihn tatsächlich gefunden und sind rauf und runter geklettert, bis wir am "Platz" waren. Dort haben wir es uns auf dem warmen Stein gemütlich gemacht. Und dann kam unser erstes Bad in der Ostsee. Anfangs fühlte es sich kühl an, aber wenn man dann drin war, war es herrlich erfrischend. Zurück bei unserem Plätzchen genossen wir die warmen Sonnenstrahlen und die grandiose Aussicht. Es könnte nicht schöner sein!
26.06.2018
Foto links um 0.30 Uhr vom Red Snapper aus!
Am Morgen fuhren wir zuerst mit den Velos in einen grossen Bootsshop, um einen zusätzlichen Wasserfilter für die Wasseransaugung des WC's zu kaufen. Und ganz blöd: Es ist uns noch ein neuer Bootsgrill über den Weg gelaufen. Dazu muss man aber auch sagen, dass unser Grill 26 Jahre auf dem Buckel hatte und 3 Tonnen Fleisch gebraten hat. Nicht schlecht, oder?! Gell, liebe Bootsfreunde :-) Und jetzt mit dem Salzwasser hat er zusätzlich gelitten. Er war wirklich nicht mehr schön zum Anschauen. Danach fuhren wir nochmals in den sehr, sehr grossen Hafen um die Ecke und sind auch da nochmals in den Bootsshop gegangen. Einfach so, weil es halt soo schön ist. Dann zurück zum Schiff, die Velos parkieren, zu Fuss zur Tramstation und mit dem Tram ins Zentrum von Göteborg. Dieses Mal haben wir eine geführte Sightseeing mitgemacht. Und wie es sich natürlich gehört, auf dem Wasserweg. Die Paddan Tour führte uns durch einen alten Stadt-Kanal hinaus auf die Göta Älv (Fluss von der Ostsee ins Landesinnere) und zurück durch die Altstadt zum Ausgangspunkt. Der Anfang der Tour war solàlà. Der Kanal hatte 7 m hohe Mauern und so sah man nur einen Teil der Gebäude. Aber unser Guide war lustig und konnte sehr lebhaft erzählen. Nach der Tour gingen wir in ein riesengrosses Shoppingcenter direkt am Fluss. Auch ohne etwas zu kaufen, war es einfach interessant darin zu flanieren. Als Krönung des Tages sind wir ins Hafen-Restaurant zum Abendessen gegangen. Die Aussicht auf den Hafen, auf die Schären und dazu noch ein sehr feines Essen, was will man mehr! Morgen geht es los ins Landesinnere.
27.06.2018
Happy birthday, dear Leanne. We wish you all the best!
Heute haben wir Göteborg Tschüss gesagt. Wir sind in die Göta Älv eingebogen und fuhren nordwärts und nordwärts und nordwärts. Zuerst passierten wir natürlich Göteborg und konnten einen Teil der gestrigen Rundfahrt nochmals erleben. Dann folgte das Industriegebiet von Göteborg und als wir das alles hinter uns gelassen hatten, kam der sehr schöne Teil der Reise. Die Göta Älv ist sehr naturbelassen und richtig breit. Aber glaubt ja nicht, dass man dann einfach fahren kann, wo man will. Unter der Wasseroberfläche oder knapp darüber hat es Steine/Felsen, die die Bootsschraube nicht lieben würde. Also ganz brav in der signalisierten Fahrrinne bleiben. Übrigens ist der Trollhätta-Kanal nur etwa 10 km lang und doch hat er im Volksmund die Göta Älv verdrängt. Viele sprechen nur vom Trollhätta-Kanal. Das grösste und eindrücklichste Ereignis auf dieser Etappe waren die Schleusentreppen Trollhättan, welche in 4 Schleusen total 32 Höhenmeter überwinden. Man fährt in Schleuse Nr. 1 ein und wird 8 m hoch geflutet, dann fährt man raus und ist schon in der 2. Schleuse. Und wieder geht es 8 m hoch, fährt raus und ist schon in Schleuse Nr. 3. Jetzt geht's nochmals 8 m hoch und dann darf man für ca. 200 m rausfahren und in die nächste Schleuse (Nr. 4) rein. Und schon geht's wieder 8 m höher. Etwas Eindrücklicheres haben wir bis anhin nicht gesehen und wir hatten die Schleusen für uns ganz allein :-). Nun noch kurz etwas weiterfahren bis in den Hafen von Trollhättan und Feierabend.
Der Holzturm mit der Uhr funktioniert wirklich noch. Wir haben um 18.15 Uhr die 3. Schleuse verlassen.
28.06.2018
Adieu Trollhättan. Wir sind nach 10.00 Uhr weitergefahren und mussten ausgangs Trollhättan einen kurzen Moment warten, bis sie die Eisenbahnbrücke gehoben haben. Für uns hätten 10 m gereicht, aber nach uns kamen noch 3 Segelschiffe, also ging der Hebeteil bis auf 24 m hoch. Die Reise führte uns durch Natur pur. Beim Fotografieren hatte ich immer das Gefühl, jetzt muss doch irgendwo ein Elch stehen. Es hätte so gut ins Bild gepasst. Wir sind dem Kanal gefolgt, welcher teils richtig schmal ist. Eine Gegend einfach zum Verlieben. Die heutige Etappe war nicht so lang, so dass wir nach Mittag in Vänersborg eingelaufen sind. Vänersborg liegt am südlichsten Punkt vom Vänernsee. Wir haben einen super Platz, direkt am Aussensteg zum See. Der Steg ist nur etwa 50 cm hoch, also freie Sicht auf's Wasser.
29.06.2018
Wir haben uns entschieden, heute doch Vänersborg zu verlassen und einen Teil des Vänernsees zu durchfahren. Der Vänernsee ist übrigens der 3. grösste See von Europa. Heute haben wir nur den unteren, kleineren Teil des Sees gesehen, aber was wir sahen gleicht mehr einem Meer als See. Zuerst hatten wir noch Wind aus Nordost, aber so nach 2 Stunden hat er sich etwas gelegt und die Reise wurde ruhiger. Wir haben uns einen schönen interessanten Weg ausgesucht, so dachten wir auf jeden Fall. Unser Weg führte uns nach der Insel Klitt in das Flarkesjön und zwischen Sparön und Kallandsö durch. Teilweise war der Fahrweg richtig schmal, vielleicht gerade mal 5 m breit. Und man musste sich genau an die Betonnung halten, ansonsten hätte es schön gerumpelt. Dieser Weg ist eine Abkürzung um in den anderen Seeteil (Värmlandssjön) und somit näher an die Einfahrt in den Göta-Kanal bei Sjötrop zu kommen. Wir hatten fast den ganzen Weg hinter uns, als wir plötzlich feststellen mussten, dass es noch eine Brücke zu passieren gab. Haben wir komplett übersehen, grrrr. Aber diese Brücke ist keine Hebebrücke und nur 2.70 m hoch. Wir benötigen aber mindestens 4.40 m Durchfahrtshöhe. So ein Mist auch! Also den Weg wieder zurück und doch die einfachere Route nehmen. So sind wir um die Insel Kallandsö und zwischen den verschiedenen kleinen vorgelagerten Inseln hindurch gefahren. Nach der Insel Lill-Eken, welche nördlich von Kallandsö liegt, sind wir südlich abgebogen und nach Spiken getuckert. Der Hafen ist ein Fischerei- und Freizeithafen mit vielen kleinen Restaurants und Fischläden, die allerlei Fisch-Spezialitäten anbieten. 2 Fiskeri räuchern auch direkt hier im Hafen. Leider aber mussten wir unbedingt Esswaren aus unserem Kühlschrank verwerten. Morgen ist aber auch noch ein Tag, wenn es auch nur einen Fisch-Einkauf geben sollte. Auch dieser Hafen ist wieder wunderschön, liegt er doch im Spikefjorden und rundherum hat es nur Natur.
30.06.2018
Wir sind noch in Spiken und gehen erst nach dem 1. Halbjahr weiter. Heute haben wir die Wandersandalen montiert und sind in das ca. 2,5 km entfernte Läckö gewandert. Wer diese Distanz gemessen hat, hat vermutliche 1 oder 2 km vergessen zu notieren. Aber wir wurden voll und ganz entschädigt. Wir kamen aus dem Wald und ein wunderschönes Schloss stand vor uns; das Läcko slott mit davorliegendem Hafen. Natürlich sind wir auch zum Schloss hoch spaziert. Das Schloss wurde 1298 vom Bischof Brynolf Algotsson von Skara als Festung gebaut. Der Standort war strategisch günstig gelegen, da es leicht mit dem Schiff zu erreichen war und konnte somit gut verteidigt werden. Im 14. Jahrhundert wurde es ausgebaut, aber 1470 vollständig durch einen Brand zerstört. Von 1478 -1505 wurde eine neue Burg errichtet und in den folgenden Jahren erweitert und immer wieder durch neue Bischöfe bewohnt. 1529 kam es dann das 1. Mal in königliche Hände, nämlich an König Gustav I. Vasa. Usw. usw. Es gab immer wieder Wcchsel.
Danach sind wir über einen Ufer-Wanderweg wieder zurück nach Spiken spaziert. Aber das waren dann etliche Kilometer mehr, aber immer wieder mit einer grandiosen Aussicht auf den Vänernsee. Im Wald hat dann sogar ein Reh mit ihrem Kitz unseren Weg gekreuzt. Uii so schön! Zurück auf dem Schiff mussten wir unsere Füsse pflegen. Aua Aua. Jetzt noch eine Nacht im Vänernsee und dann geht's in den Göta-Kanal :-)
Foto links um 02.35 Uhr - Markus ist der Fotograf
01.07.2018
Heute haben wir Spiken verlassen und sind wieder raus auf den Vänernsee gefahren. Wir sind vorbei am Läckö slott und dann fast quer über den See bis vor Mariestad. Da sind wir dann nordwärts zwischen dem Festland und Torsö durch den Östersundet getuckert bis nach Sjötorp. Sjötorp ist die 1. Station des Göta-Kanals, wenn man den Kanal von West nach Ost befährt, wie wir es tun. Und wir sind auch gleich reingefahren und haben unsere 3 ersten Schleusen von Total 58 Schleusen befahren. Die Schleusen auf dem Göta-Kanal sind etwas anders zu befahren als diejenigen, die wir bis jetzt gemacht haben. Erstens lassen sie das Wasser recht zügig einlaufen, so dass das Halteseil am Bug gut gesichert sein sollte und zweitens muss beim Aufwärtsschleusen (was wir jetzt bis ca. Mitte Kanal machen müssen) eine Person an Land gehen und die Leinen von oben auf's Schiff werfen. Aber keine Angst, wir haben es bereits kapiert. Nun liegen wir im 3. Hafen von Sjötorp und morgen geht die Reise im Göta-Kanal weiter. Wir freuen uns sehr auf diese Fahrt!
02.07.2018
So, heute ging definitiv die Reise auf dem Göta-Kanal los. Gestern hatten wir bereits 3 Schleuscn gemacht und heute kamen weitere 16 dazu. Beim Aufwärts-Schleusen, das bis Tatorp geht (dann haben wir 91,8 m Höhe gewonnen), muss richtig mit Muskelkraft gearbeitet werden. Das Wasser wird mit grosser Wucht Richtung Bug eingelassen (siehe Foto 7). Die Bugleine muss immer satt nachgezogen werden, was Markus vom Schiff aus gehandhabt hat. Nach etwa 5 Schleusen haben wir dann jeweils noch eine 2. Bugleine ausgebracht. Diese habe ich von Land aus nachgezogen. So konnten wir die Kräfte etwas verteilen. Aber das Fitnesstraining kann man sich sparen. Und es bleiben zwischen den einzelnen Schleusen keine grossen Pausen. Manchmal geht's von einer Schleuse gerade in die nächste oder vielleicht fährt man ca. 6 Minuten und man ist bereits wieder vor der nächsten. Aber genau das ist die Herausforderung am Göta-Kanal und die Gegend ist wunderschön. Jetzt sind wir in Töreboda und liegen für die Nacht im Kanal am Platz.
03.07.2018
Es geht weiter auf dem Göta-Kanal. Wir haben Töreboda verlassen und fuhren weiter ostwärts. Bis Tatorp hatten wir keine Schleusen zu befahren, aber einige Brücken. Manchmal waren die Wartezeiten vor den Brücken etwas lang und man wusste auch nicht so recht, ob sie uns per Live-Cam gesehen hatten. Aber irgendwann ging jede Brücke auf. In Tatorp hatten wir die letzte Aufwärts-Schleuse mit einem Hub von 20 cm. Nun hatten wir von Göteborg bis Tatorp 91,8 Höhenmeter geschafft. Ab jetzt geht es wieder abwärts, was uns das Schleusen um Etliches vereinfacht. Nach Tatorp sind wir durch den Viken-See (etwas grösser als der Bielersee) gefahren. Dieser See ist sehr verästelt und wiederum ist es ratsam, in den Fahrrinnen zu bleiben. Diese gemeinen fiesen grauen Dinger lauern überall. Am Ende des Sees fuhren wir in den Spetsnäskanalen. Aber bevor wir einfahren konnten, musste der Kapitän 1x mit dem Horn ein langes Signal geben. Der Kanal ist gerade mal 12 m breit, also bleibt nicht viel Platz zum Kreuzen. Nach dem Kanal kamen wir in den Nässjön-See, welchen wir fast quer passierten und dann in das/die Billströmmen einfuhren und weiter in den Dammsjön kamen. Auch bei der Einfahrt in den Billströmmen mussten wir ein Signal geben, dieses Mal 2x lang und 1x kurz. Dieser Abschnitt vom Ende des Viken-Sees bis Ende Dammsjön war eine ganz verwinkelte Sache und bitte immer genau den Betonnungen folgen. Es war aber wunderschön, vor allem weil es sehr schmal war und man das Gefühl hatte, in der Zeit zurückversetzt zu sein. Da sind richtig alte Kanalabschnitte drin. Nach Dammsjön kam der Forsvikskanalen und unsere 1. Schleuse abwärts. Haha und wir dachten, es wird einfacher. Diese Schleuse war etwas speziell, zum einen ging es 3,3 m runter und zum anderen kam ein Felsvorsprung seitlich zum Vorschein. Also war wieder Muskelkraft gefragt und wir mussten das Boot (wiegt mehr als 20 Tonnen) von der Schleusenwand wegdrücken. Nun fuhren wir in den Bottensjön-See in Richtung Karlsborg. Hier haben wir festgemacht, Markus hat etwas gearbeitet, haben etwas gefaulenzt, zum Abendessen sind wir in ein Restaurant gegangen, zurück auf dem Schiff Badehosen angezogen, im See ein erfrischendes Bad genommen, beim Glacé-Stand vorbei spaziert und ein leckeres Eis gekauft, zurück zum Boot und den Abend ausklingen gelassen.
04.07.2018
Relaxing in Karlsborg, wobei Markus wieder Büroarbeit hatte. Armer Markus ;-). Aber ansonsten haben wir den Tag einfach genossen. Gegen Abend sind wir mit dem Beiboot auf die andere Seite der Bucht getuckert und haben dabei die Augen ganz weit aufgesperrt, um die grauen kleinen Dinger unter Wasser frühzeitig zu sehen, falls es gehabt hätte. Aber es ging alles gut. Und dann hat sich der Hunger gemeldet und wir haben gemütlich gekocht und gespeist. Nach der Küchenarbeit noch schnell ein erfrischendes Bad im See, ein paar Seiten lesen und dann auch schon bald gute Nacht.
05.07.2018
Heute haben wir Karlsborg verlassen und sind weiter ostwärts gefahren. Die Reise führte uns quer über den Vätternsee, welcher 9x so gross ist wie der Neuenburgersee, nach Motala. Die Reise war für einmal unspektakulär - keine Schleusen oder Engpässe. Nun liegen wir an einem Platz mit dem Heck gegen den Vätternsee. Kein Problem um vom Schiff aus zu baden. Aber wir hatten noch gar keine Zeit dazu. Ohje! Nein Spass beiseite, heute hat es gegen Abend immer mehr Wolken gegeben und somit waren die Temperatur auch nicht mehr so heiss, um sich erfrischen zu wollen. Am Nachmittag sind wir in den Ort gegangen, um Motala etwas zu erkunden. Es hat ein schönes Zentrum mit einem grossen quadratischem Platz, um welchen die Einkaufsläden und -center angelegt sind. Es wirkte etwas ausgestorben, aber wenn die Ferien losgehen, soll ja der Göta-Kanal total übervölkert/überbootet sein. Dann wird sicherlich auch die Stadt leben und aufblühen. Und wenn man wieder gegen den See geht, kommt man an einem schön angelegten Park vorbei und am Quai entlang sind viele alte schattenspendende Bäume. Im Hafenbereich haben sie die alten Hafengebäude sehr schön restauriert und verschiedene Arten von Restaurants, Shops, Hotels, etc. untergebracht. Früher war Motala sehr bekannt. Hier gab es die Motala Verkstad, welche eine bekannte Werft war und Dampfmaschinen, Werkzeuge, Kräne sowie Schleusen- und Brückenteile herstellten. Übrigens im Roman "20'000 Meilen unter dem Meer" geht Jules Verne darauf ein, dass es möglich sein könnte, dass das U-Boot "Nautilus" in Motala hergestellt wurde. Also ihr seht, Motala war mal bekannt. In Motala bleiben wir ebenfalls 2 Nächte, um Kraft zu danken. Ab Motala geht das Schleusen wieder los.
06.07.2018
Wir haben noch einen Tag in Motala verbracht und einfach nur genossen. Unter anderem haben wir das Schiff innen etwas "geschmückt". Wenn wir dann wieder auf der Ostsee sind, sind das genau solche Dinge, die verstaut werden müssen. Quasi Eigengoal :-). Aber es ist doch so schön!
Nils Holgerson fliegt mit den Gänsen davon (so eine schöne Zeichentrickfilm-Serie)
07.08.2018
Heute ist Weiterfahrt angesagt und zwar "nur" bis Borensberg. Und für einmal hat uns das schöne Wetter verlassen. In der Nacht hat es angefangen zu regnen und zu donnern. Auch während den ersten Seemeilen hat es immer wieder mal geregnet. Es ist kein Jammern, die Natur und auch wir waren froh um die Erfrischung.
Es ist interessant, dass ab Motala nicht der bestehende Motala Ström ausgebaut wurde, sondern der Göta-Kanal fast parallel dazu gebaut wurde. Der Motala Ström führt auch durch den Boren-See bis nach Kungs Norrby, wo er in den Norrbysjön mündet. Aber der Schiffweg führt über den Göta-Kanal, also zurück zu unserer Reise. Von Motala ging es in den Boren-See. Ausgangs See ist die Ortschaft Borensberg, wo wir für eine Nacht festgemacht haben. Es war nur eine kurze Reise, aber wieder ein Stück näher an Stockholm.
Generell muss man festhalten, dass die Liegeplätze von der Göta-Kanal-Gesellschaft sehr schön gelegen sind, meistens sehr naturverbunden und nicht so wie man sich Häfen vorstellt - entweder im Kanal integriert oder als offenes Hafenbecken mit dem Kanal verbunden. Auch die Infrastruktur ist top und gut unterhalten (Duschen/WC/Waschmaschine/Tumbler).
08.07.2018
Heute ist Schleusentag und das wieder bei schönstem Wetter. Um 10.00 Uhr haben wir noch in Borensberg unsere 1. Schleuse befahren. Danach ging es ca. 2 Stunden durch eine schöne Landschaft und immer wieder mal mit einem Blick auf den Motala Ström oder die mit ihm verbundenen Seen. In dieser Zeit passierten wir 8 Brücken und 2 Aquädukte (Brücken, wo die Strassen unter dem Kanal durchführen). Nach Ljungsbro kamen die 2 Heda-Schleusen, die uns zusammengerechnet 5,2 m näher dem Meeresspiegel brachten. Eine kurze Fahrt weiter kamen dann die Brunneby-Schleusen, wieder 2 Schleusen mit total 5,3 m Gefälle. Ja und dann hatten wir die oberen 4 Berg-Schleusen. Und hier in Berg övre haben wir im Hafen festgemacht. Nach der letzten Schleuse sind wir rechts ins offene Hafenbecken abgebogen und haben an einem Bojen-Platz festgemacht. Es ist eine sehr schöne Anlage mit Minigolf, Restaurant, Grillplätzen und vieles mehr. Man fühlt sich einfach pudelwohl! Auch das Baden direkt vom Schiff aus ist herrlich, wie wenn man in einer Bucht geankert hätte. Morgen fängt der Tag mit den nächsten 7 Berg-Schleusen an, die total ein Gefälle von 18,8 m haben.
09.07.2018
Wir haben Pole-Position vor den letzten 7 Berg-Schleusen bezogen. Um 10.00 Uhr konnten wir in die erste der 7 Schleusen einfahren. Wie alte Seebären haben wir alle Schleusen mit Bravour gemeistert. Ein eingespieltes Team! Nach der letzten Schleuse sind wir in Berg nedre angekommen, was am Westufer vom Roxensee liegt. Den Roxensee haben wir dann von West nach Ost durchfahren bis nach Norsholm am Ende des Sees. Es war nur eine kurze Etappe, da wir ganz spontan und kurzfristig Besuch bekommen haben. Stephan Oehler, Neffe von Markus, mit seiner Ehefrau Ariana und den Kindern Maya und Sebi sind uns besuchen gekommen. Sie leben seit 4 Jahren in Stockholm - das aber nur noch bis Ende Juli. Danach geht es in die Heimat von Ariana, zurück nach Amerika in die Nähe von Boston. Sie haben im Hostel in der Hafenanlage gerade noch ein Zimmer bekommen und so konnten wir ein gemeinsames Abendessen geniessen. Nach dem Essen haben wir den Kaffee oder Tee auf dem Schiff getrunken und der kleine Sebi wollte immer Boot fahren. Wir mussten ihn aber auf morgen vertrösten. Die Freude auf unseren gemeinsamen Tag war riesig.
Und noch ein Happy Birthday in die Schweiz - alles Liebe zum Geburtstag, Bianca!
10.07.2018
Bubu, hat Geburtstag - viel Glück zum Geburtstag. Vor 8 Jahren hast du geschwitzt beim Zügeln :-)
Heute war ein besonderer Tag. Auf unserer nächsten Etappe, die von Norsholm bis nach Söderköping ging, hatten wir am Anfang Familien-Begleitung. Stephan und Markus haben zuerst das Auto bis zur Schleuse Hulta gefahren und sind mit unseren Velos, die sie mitgenommen haben, zurück nach Norsholm geradelt. Danach hiess es "Leinen los" und die Fahrt auf dem Göta-Kanal ging weiter. Sebi machte ganz grosse Augen und Maya bestaunte die vorbeiziehende Natur. Bis nach Hulta haben wir auf Brücken-Öffnungen gewartet oder sind unter Brücken durchgefahren und 2 Schleusungen waren auch im Paket. Alles war mit dabei. Nach der Schleuse Hulta haben wir festgemacht. Leider war die gemeinsame Fahrt hier zu Ende. Das Auto wartete auf Familie Oehler dort. Viel zu schnell ging die Zeit vorbei. Vielen lieben Dank an euch, dass ihr die 190 km von Stockholm zu uns gefahren seid. Es war einfach wunderbar, euch auf dem Boot zu haben und euch zu treffen. Wir wünschen euch alles Gute für euren Umzug und viel Glück in allen Belangen.
Wir zwei sind dann weitergetuckert und haben noch lange zurückgewinkt. Unser Weg ging durch den Asplangen-See, vorbei an Snöveltorp bis nach Söderköping. Und hier wurden wir total überrascht vom Flair bei den Liegeplätze und der Ortschaft. Da war Leben, es pulsierte nur so. Die Folge daraus: wir bleiben 2 Nächte!
11.07.2018
Wie angekündigt sind wir einen Tag länger in Söderköping geblieben. Zuerst war etwas Faulenzen angesagt und danach haben wir unsere Vorräte aufgestockt, u.a. einen schwedischen Gin gekauft und ein Moscato d'Asti. Gell Heinz und Monika, mir sind parat!
Am Nachmittag sind wir zu einem Aussichtsturm rauf gestiegen - tatsächlich gestiegen, es waren 316 Stufen. Runter sind wir dann über den Spazierpfad ganz gemütlich spaziert. Von oben war eine herrliche Weitsicht. Ich hatte noch gehofft, dass man schon das Meer sehen könnte, war aber nichts. Am Abend sind wir in eins der vielen Promenaden-Restaurants Essen gegangen. Den Kaffee haben wir gemütlich auf der Red Snapper genossen, zusammen mit Live-Musik aus 2 verschiedenen Restaurants in unserer Nähe. Manchmal hörte man alle beide zusammen singen/Gitarre spielen oder einer hat gesprochen und der andere hat gespielt, oder oder....
Morgen machen wir den letzten Abschnitt des Göta-Kanals. Danach sind wir wieder in der Ostsee/Baltic Sea und das ruhige Fahrwasser ist Vergangenheit. Unser Ziel ist nach wie vor Stockholm!
12.07.2018
Schnief, der letzte Abschnitt des Göta-Kanals liegt vor uns und das auch noch nur ein kurzer. Dann gehört er der Vergangenheit an. Wir haben Söderköping verlassen und bereits nach ein paar Metern war die 3. letzte Schleuse dran. Die 2. letzte kam zwischen Söderköping und Mem und die letzte war bei Mem, was auch die letzte Süsswasser-Berührung für eine lange Zeit war.
Résumé: Total 64 Schleusen seit Göteborg (6 im Trollhätta-Kanal und 58 im Göta-Kanal) und eine Reise quer durch Schweden mit total 437 km oder 236 sm. Nicht schlecht, oder?!!
Ab Mem sind wir wieder in der Ostsee und geniessen die Fahrt durch die Schären. Das Bild hat sich komplett geändert. Von Mem sind wir durch den Slätbaken gefahren, dann durch den Merumsfjärden, durch den Skansfjjärden und weiter in Richtung Insel Rimmö. Zwischen den Inseln Rimmö und Hästö durch, durch den Lönshuvud-Fjärden in Richtung Arkö und dann zwischen Arkö und der Insel Lunda alles Richtung Norden bis Oxelösund. Hier haben wir im Hafen für eine Nacht festgemacht. Nach der Anmeldung haben wir uns die Füsse etwas vertreten und bei der Rückkehr zum Schiff war im Hafen auch die Schweizer Flagge gehisst worden. Auf der ganzen Reise bis jetzt wurde uns diese Ehre erst zweimal erwiesen. Der Hafenwart kam später sogar noch persönlich vorbei, ein junger richtig schwedisch aussehender Mann. Interessant war, dass er in Visp geboren wurde und sein Vater bei Air Zermatt als Sanitäter/Medical gearbeitet hat. Aber Walliser Deutsch sprach er leider nicht. Zu Schade auch! Zum Abendessen gab es selbstgemachte Pizza und Salat im gemütlichen Schiffsambiente.
13.07.2018
Um 11.00 Uhr haben wir die Leinen in Oxelösund gelöst und sind weiter in den Norden gefahren. Unser Ziel war Södertälje, kurz vor Stockholm. Es war eine lange Reise durch die Schären und Fjärden mit sehr schönen Fotomotiven. Wenn ich euch dieses Mal unsere Route beschreiben möchte, würde ich morgen noch dran sitzen. Es ging durch Engpässe mit vielen Steinen links und rechts, zwischen Inseln hindurch, fast auf die offene Ostsee raus, wieder zurück in die verschiedenen Fjärden und durch Sunds hindurch. Von allem hatte es heute etwas dabei. Die grösste Herausforderung war, dass der Kapitän die Route im Griff hatte. Es hatte viele Abzweiger, die aber nicht zu unserem Ziel geführt hätten. Und wie immer war es wichtig, die Betonnung richtig zu lesen resp. zu befahren. Aber Kapitän Markus hat alles mit Bravour gemeistert und uns sicher nach Södertälje geführt. Södertälje ist übrigens auch bekannt, U.a. ist hier der Hauptsitz, Entwicklung und Produktion von Scania und der legendäre Tennisprofi Björn Borg kommt von hier. Uii, ich war ein richtiger Borg-Fan. Sehe ihn noch heute vor mir mit seinem Stirnband und den blonden langen Haaren.
14.07.2018
Spontan haben wir uns entschieden, noch eine Nacht in Södertälje zu bleiben, falls wir beide kurzfristig einen Coiffeur-Termin bekommen sollten. Und es hat geklappt. Nun sehen wir wieder hübsch und gestylt aus für unseren Besuch in 6 Tagen :-) Nicht dass uns Jegers nicht erkennen sollten, weil wir wie Robinson Caruso daher kommen. Danach etwas ruhen, einkaufen gehen und ein Glacé geniessen. Ich glaube, wir assen noch nie so viel Glacé wie auf dieser Reise. Es ist aber auch so heiss und die Abkühlung von Innen raus tut gut. Die Wetterfee hat uns noch nicht verlassen. Wir haben vermutlich den Jahrhundert-Sommer in Skandinavien getroffen. Eigentlich ist die Durchschnittstemperatur in Süd-Skandinavien im Juli um die 23°C. Wir haben aber schon die ganze Zeit um die 30°C und sind nicht einmal im Süden von Schweden. Die Prognosen sagen für die nächsten vielen Tagen keine Änderung voraus. So schön!
15.07.2018
STOCKHOLM WIR KOMMEN!
Wir haben Södertälje verlassen und haben um 09.30 Uhr die Schleuse gleich nach dem Hafen passiert und sind dem Norra-Kanalen gefolgt. Danach folgte der Linasundet, die Södertälje-Viken, die Hovgards-Fjärden bis vor die Insel Bergholmarna. Jetzt ging es in den Bockholmssundet vorbei an der Insel Helgö und Kanan, in die Kyrk-Fjärden, dann in die Rödstens-Fjärden, vorbei an der Insel Slagstaholm, in die Varby-Fjärden, durch die Fiskar-Fjärden und dann an den Inseln Kungshatt und Fägelön vorbei. Der Schiffsverkehr, vor allem die Freizeitboote, hat massiv zugenommen. Man merkte, dass wir uns bereits im Umkreis von Stockholm befanden. Die Insel Stora Essingen passierten wir rechts vorbei und fuhren dann in die Liljeholmsviken und an der Insel Arsta Holmar vorbei. In Hammerby hatten wir eine Schleuse und eine Klappbrücke zu passieren. Kurzgefasst, wir fuhren während dieser Etappe von Södertälje bis Stockholm durch die Mälaren, das ein Süsswasser-Gewässer ist. Nach der Schleuse fuhren wir im Hammarbyleden hinaus in den Salsjön, wo wir dann links auf Beckholmen zu abgebogen sind und weiter bis zum Vasa-Hafen. Und wie es der Name sagt. liegt dieser Hafen gleich neben dem Vasa-Museum. Etwas nach 14.00 Uhr hatten wir festgemacht und schon kurz darauf haben wir auf Stockholm angestossen. WE DID IT!!! Es war atemberaubend schön mit dem eigenen Schiff einzulaufen. Auch wenn wir nicht mit der Grösse des Kreuzfahrtschiffs Birka Stockholm mithalten konnten, die gleichzeitig mit uns in einlief, so ist der Stolz, unser Ziel erreicht zu haben nicht weniger gross.
16.07.2018 - 24.07.2018 STOCKHOLM
Von jetzt bis 24.07.2018 gilt es Stockholm zu besichtigen, zu geniessen und uns auf den Besuch von Monika und Heinz Jeger zu freuen. D.h. das Tagebuch wird nicht mehr jeden Tag geführt. Wir werden euch einfach ab und zu schöne Fotos oder Anekdoten schicken/schreiben. Sobald wir dann wieder auf Reise sind, werdet ihr weiter laufend unterhalten und wir nehmen euch mit auf unser Abenteuer.
Wir haben ein cooles Restaurant inkl. Einkaufsmöglichkeiten in Stockholm entdeckt. Es heisst "Eataly" (interessantes Wortspiel) und bietet nur italienische Spezialitäten und Produkte an. Es ist ein richtiges Schlemmerland. Das Ganze ist in einem alten Theater untergebracht und wurde mit viel Liebe eingerichtet. Ein Besuch dort ist nur zu empfehlen!
Was darf nicht fehlen, wenn man in Schweden resp. Stockholm ist? Natürlich ein Besuch im ABBA-Museum, welcher die Schreibende aber alleine gemacht hat. In meiner Teenager-Zeit und Sek.-Klasse war diese Gruppe und Musik eher uncool. Man hörte Queen, ACDC, Rolling Stones, Deep Purple, Pink Floyd, etc., aber nicht ABBA. Das Museum ist sehr gut besucht und interessant aufgebaut. Gleich nach dem Eingang wurden zuerst allerlei Gitarren von berühmten Gitarristen ausgestellt - mit Fotos des Musikers und Beschrieb der Gitarre. Danach wurde zuerst über jedes einzelne Band-Mitglied berichtet, von der Kindheit und wie es zur Musik gekommen ist. Und dann über die Gründung der Band, über die Erfolge, ihre Kostüme und die Trennung. Es gab sehr viel altes Filmmaterial und Fotos. Auch das Tonstudio oder Büro wurde nachgebaut. Am Ende der Ausstellung informierten sie, was die 4 danach gemacht hatten. Benny und Björn haben z.B. auch danach miteinander Songs geschrieben, u.a. das Musical "Chess" mit Tim Rice zusammen (bekannte Songs daraus sind: "One Night in Bangkok" oder "I know him so well").
Auf der Suche nach einem Boots-Shop sind wir auf Skeppsholmen auf einen nostalgischen Shop gestossen. Zuerst dachten wir, es habe etwas mit Schiffsveteranen zu tun und wollten zuerst gar nicht reingehen. Zum Glück ist Markus aber die Treppe hochgestiegen. Es war der Hammer. Richtig Neues zum Kaufen hatte es nicht wirklich, aber ganz viele interessante und alte Gegenstände rund ums Schiff. Und gekauft haben wir auch noch etwas: eine kleine Schatztruhe für die kleinen Sachen.
Das Foto links ist die Sicht aus dem Shop.
Vom 20. - 24.07.2018 hatten wir Besuch von unseren Freunden Monika und Heinz Jeger. Mit ihnen verbringen wir fast die ganze Winterzeit in Saas-Fee. Es war wunderschön, dass sie nach Stockholm gekommen sind. Viele Kilometer haben wir unter die Füsse genommen, viele Sehenswürdigkeiten angeschaut.
Am Samstag sind wir ins Vasa-Museum gegangen. Die Geschichte rund um das Schiff WASA (Name der schwedischen Königsdynastie), welches bei der Jungfernfahrt nach ca. 1'300 m am 10.08.1628 vor Beckholmen/Djurgarden gesunken ist, ist sehr interessant. Der Standort des Untergangs wurde irgendwann vergessen gegangen resp. wurde nicht überliefert. So war es reiner Zufall als in den 1950er (über 300 Jahre später) das Wrack gefunden wurde. Die Bergung fand dann im 1961 statt. Ein Besuch in diesem Museum ist ein MUSS!
Am Sonntag haben wir zusammen mit der Red Snapper einen Ausflug auf die Insel Vaxholm gemacht. Zuerst war das Fahrwasser in der Umgebung Stockholm und Vorinseln sehr unruhig. Viele Sightseeing-Boote, Sportboote, Fähren, Kursschiffe, etc. waren unterwegs. Die Insel Vaxholm ist sehr malerisch und zieht viele Touristen an. Wir haben den Ausflug mit Jegers sehr genossen. Am Abend sind wir dann in die Villa Godthem Essen gegangen. Das ist ein sehr schönes, altehrwürdiges Restaurant im Djurgarden mit sehr guter Küche.
Zusammen haben wir natürlich die City unsicher gemacht, Gamla Stan durchmarschiert und vieles mehr. Vielen lieben Dank, Monika und Heinz, dass ihr bei uns wart. Uns besuchen zu kommen, braucht Spontanität und Flexibilität. Wissen wir ja nicht ganz genau im voraus, wann wir wo sein können. Es war wunderschön und kurzweilig mit euch!
25.07.2018
Adieu Stockholm, es war wunderschön und der Abschied fiel uns etwas schwer.
Uns ist in den Sinn gekommen, dass eigentlich nicht viele wissen, warum wir uns als Ziel Stockholm ausgesucht haben. Hier die Aufklärung:
Mit 20 Jahren war die Schreibende an einem Synchronschwimm-Wettkampf in Oslo und 5 Jahre später in Kuopio in Finnland. Und da ist es geschehen, sie hat sich in Skandinavien verliebt. Zum 40. Geburtstag hat mir Markus ein super Geschenk gemacht - ein verlängertes Wochenende in Stockholm. Das ausgewählte Hotel Esplanade (1. Foto unten) lag direkt am Strandvägen, ganz in der Nähe vom Vasa-Hafen und -Museum. An einem schönen Abend fuhr eine Yacht in die Bucht vor dem Hotel ein und hat festgemacht. Da haben wir uns vorgestellt, wie es sein würde, mit unserem Boot hier vorzufahren. Und so ist der Traum entstanden und wir haben ihn 14 Jahre später verwirklicht. So und nun weiter zu unserer Reise: Nachdem wir die Leinen gelöst hatten, sind wir vor den Strandvägen und das Hotel gefahren und sind dann auch noch in die nächste Bucht vor das königliche Schloss getuckert. Dazu unten einige separate Bilder und die letzten von Stockholm:
Danach ging unsere Reise weiter. Wir wollten noch etwas die Mälaren erkunden. Die Mälaren ist ein Süsswasser-See, welcher ca. 1,3 Mio. Menschen mit Wasser versorgt. Die Form des Sees ist ganz verästelt/verzweigt, überall sind Seitenarme, Buchten und Inseln. Zuerst fuhren wir den gleichen Weg zurück, wie wir am 15.07.2018 gekommen sind. Nach der Schleuse Hammerby sind wir dann links vorbei an Arstaholmar, dann Reimersholmer und Stora Essingen. Nun waren wir in den Mälaren. Es folgten die Inseln Björnholmen, Fagelön und Kungshatt. Nach Kungshatt haben wir auf die Ortschaft Tappström gehalten und sind weiter in den Langtarnen eingefahren. Von jetzt an ging es mehr oder weniger einfach gerade aus, vorbei an den Insel Dävensö, der Landzunge Smidö und vor die Insel Fagerön. Hier sind wir dann rechts abgebogen in den Kalmarviken nach Balsta. Im Hafen von Balsta hat es genau einen Gästeplatz und der war leer und hat anscheinend auf uns gewartet. Die Umgebung hat uns nicht so angesprochen und so blieben wir nur eine Nacht. Aber die Reise dahin war wieder mit vielen schönen Landschaften und Häusern gesäumt.
26.07.2018
Meine kleine Schwester Regi hat Geburtstag. Alles Liebe und Gute von uns, Regi!
Wir haben Balsta verlassen und sind wieder den Kalmarviken rausgefahren. Bei der Insel Fagerön haben wir einen Bade-Halt eingelegt und haben das erfrischende Kühl genossen. Dann ging es weiter auf die Inseln L Gash und St Gash zu und sind dann in den Torsvi-Viken abgebogen. Eigentlich wollten wir in Härjarö anlegen, aber die Stege sahen nicht gerade vertrauenserweckend aus, sehr morsch. Also sind wir wieder raus aus dem Torsvi-Viken gefahren und vorbei an Ytterholm, Bastlagnö, Prästholmen und Götön. Danach folgte die Passage durch Köttholmen und Rido Pilskär und alles weiter in Richtung Süden bis zur kleinen Insel Hagskör. Beim Vorbeifahren haben wir gesehen, dass auf dieser Insel ein kleiner Hafen ist (2 Stege). Wir sind nahe rangefahren und haben die Anwesenden gefragt, ob es erlaubt sei, hier für eine Nacht festzumachen. Sie meinten ja, es sei ein Clubhafen und man kann einen Obolus leisten. Wir waren total glücklich. Dieser Hafen liegt wie in einer kleinen Bucht und man hörte keine Zivilisationsgeräusche. Natur pur! Wir haben wunderbar geschlafen und am Morgen haben wir ein Bad direkt vom Schiff aus genossen. Nun kam auch das erste Mal unsere Drohne zum Einsatz. Wir waren allein auf der Insel - Robinson Caruso und Freitag ;-)
27.07.2018
Am frühen Nachmittag haben wir unser Eiland verlassen und sind an den Inseln Langholmen und Obygdön vorbei gefahren. Nach der Insel Batsholmen sind wir rechts abgebogen in den Storsundet nach Mariefred. Einen Besuch in Mariefred wurde uns von Schiffsnachbarn in Stockholm ans Herzen gelegt. Es sei eine authentisch schwedische Ortschaft mit einem impossanten Schloss, das Schloss Gripsholm. Und sie hatten recht. Es ist sehr schön hier. Viele Häuser wurden restauriert und es gibt auch eine hübsche Lädeli-Strasse. Es fehlt an nichts in Mariefred. Uns wurde ein guter Platz zugewiesen, da an der Mole, wo eigentlich die Gästeplätze wären, viele alte Holz-Segelschiffe festgemacht waren. Das älteste Schiff war von 1896. Es war eine spezielle Ragatta und die Organisatoren dieses Anlasses haben sich grosse Mühe gegeben. Vor jedem Schiff war ein Informationsblatt mit den wichtigsten Daten über das jeweilige Schiff. Es wurden Regatten ausgetragen und es gab auch einen Wettbewerb, wo die Passanten notieren konnten, welches sie als schönstes Schiff sahen. Wir haben natürlich auch mitgemacht, wissen aber gar nicht, was zu gewinnen wäre. Also Schwedisch ist echt fremd für uns. Wir bleiben hier für sicher 2 Nächte. Mal schauen was das Wetter so mit uns im Sinn hat. Es wurden Gewitter für Samstag und Sonntag gemeldet.
Und jetzt noch etwas für Eisenbahn-Freunde, allen voran mein Vater. In Mariefred gibt es noch eine Dampf-Eisenbahn auf 600mm Geleisen, die touristisch genutzt wird.
28.07.2018
Wir haben innerhalb des Hafens unseren Platz gewechselt (die alten Segelschiffe an den effektiven Gästeplätze sind auch wieder fortgesegelt). Die Windstärke hat zugenommen und unser 1. Platz lag genau in Richtung der einlaufenden Wellen. Dazu muss man wissen, dass viele See-Häfen in Schweden offen gegen das Gewässer sind. Aussenmolen fehlen meistens. An unserem neuen Platz hatten wir Ruhe und Aussicht auf das Schloss (siehe Foto links). Nicht schlecht, oder?!
Wir haben Mariefred nochmals etwas erkundet. Die Ortschaft gefällt uns wirklich sehr gut. Dazu mussten wir auch wieder einmal, einen Waschtag einlegen. Leider war die 2. Wäsche zum errechneten Zeitpunkt nicht fertig. Vor dem Spülgang wurde sie unterbrochen. Der herbeigerufene Hafenwart ist vermutlich technisch nicht so bewandert. Auf jeden Fall hat Markus gefragt, ob nicht ev. die Sicherung draussen ist. Und so war es dann auch. Aber wisst ihr was, es waren alte Sicherungen noch aus Porzellan. Und die musste er auch noch zuerst suchen. Hihi. Auf jeden Fall war die Wäsche eine Stunde später dann gewaschen. So kann auch ein Tag vergehen ;-)
29.07.2018
Heute morgen haben wir entschieden, noch eine Nacht in Mariefred anzuhängen. Das Wetter ist seit langem nicht nur perfekt. Es ist bewölkt und schaut nach Gewitter aus, aber immer noch sehr warm. Und so haben wir einen Kulturtag eingelegt und haben die Rundreise mit der Dampfeisenbahn und Dampfschiff gemacht. Einige Infos zur Eisenbahn: Einige Eisenbahnfreunde haben im Jahre 1959 damit begonnen, jeweils an Wochenenden auf den 600mm-Geleisen bei einer Ziegelei südlich von Stockholm die Dampfzüge zu betreiben. Damit entstand Schwedens erste Museumbahn, die ÖSIJ. Nach und nach wurden Strecken, die stillgelegt wurden, dazu gekauft und auf 600mm Spur umgebaut und auch alte Bahnhof-Gebäude wurden gekauft und restauriert. Heute ist die Strecke 11 Km lang und startet in Mariefred und endet in Taxinge-Näsby. Ab der Endstation Taxinge-Näsby musste man zu Fuss zur Schiffshaltestelle Taxinge gehen. Dieser Weg führte uns an einer sehr schönen Kirche vorbei und auf den Schlosshügel mit Schloss, Stallungen und Restaurant. Und genau hier hat uns das Gewitter überrascht. Mit Glacé in den Händen haben wir uns unter ein Vordach gestellt und dem Treiben rund um uns herum zugeschaut. Also die Schweden sind wirklich nicht wasserscheu! Und wie es Gewitter so an sich haben, gehen die schnell vorbei und so spazierten auch wir zur Anlegestelle runter. Und nun konnte der Kapitän Markus auch mal nur Passagier sein und geniessen. Als wir wieder in Mariefred angekommen sind, hat die Sonne uns wieder angelacht und wir haben ein Apéro im Garten des Hotels oberhalb des Hafens genossen. Es gab Live-Musik (eine hübsche schwedische Sängerin), Gemütlichkeit und Aussicht. Relaxing, relaxing!
30.07.2018
Wir haben Mariefred am Morgen verlassen und fuhren den Weg zurück bis zu "unserer" Insel Hagskär, welche wir am 27.07.2018, verlassen hatten. Von da ging es zur Insel Hästryggen, wo wir rechts abgebogen sind und danach zwischen den Inseln Hamnskär und Ridön durch in den Södra Björkfiärden. Dann vorbei an der Insel Slandön Richtung Viksberg/Vattubrinken und in den Södertälje-Viken bis in den Norrakanalen und dann in den Södertäljekanal. Durch die Schleuse Slussbron und danach weiter gerade aus in den Hallsfjärden, durch den Brandalsund und weiter in den Näslandsfjärden. Übrigens wir sind wieder in der Ostsee und im Schärengarten! Jetzt folgte der Skanssundet sowie den Himmerfjärden und immer weiter alles Richtung Süden. Zwischen den Inseln Oaxen und Regarn durch, an den Inseln Björnö, Björk, Oxnö und Hasselö vorbei (das sind mal Namen, was?). Nach der Insel Hasselö haben wir uns leicht rechts gehalten und vor Hornöudd haben wir die Richtung Äspskärsgrund eingeschlagen. Beim Hinausblicken aufs Meer habe ich eine ganz kleine schwarze Insel entdeckt. Was war das denn? Also mit der Kamera zoomen, zoomen und staunen. Da hat sich doch ein Seehund auf einem Stein in die Sonne gelegt. Vom Stein hat man fast nichts mehr gesehen (siehe Foto Nr. 9). Nun weiter mit unserer Fahrt. Wir sind südlich an der Insel Doftskär vorbeigefahren und hielten Richtung Insel Fagelö. Und auch da sind wir südlich vorbeigetuckert. Dann zwischen den Inseln Hänö und Öbolandet durch und nun in Richtung Norden auf die Ortschaft Trosa zu, was auch Endstation war. Von Mariefred bis Trosa haben wir ca. 40 Sm zurückgelegt. Unser Hafenplatz ist wieder tiptop - freie Sicht hinaus auf die Inselwelt. Kurz nachdem wir fertig waren mit Festmachen, haben sich die Wolken über uns geöffnet und schnell alles nass gemacht. Das war ein Timing! Wir bleiben 2 Nächte hier. Trosa soll sehr schön sein. Und was wir im Hafenbereich gesehen haben, stimmt diese Aussage auch.
31.07.2018
Trosa ist wirklich sehr schön. Viele restaurierte Holzhäuser und schöne Gässchen. Dazu das Flüsschen Trosaan, an welchem sich links und rechts eine Flusspromenade befindet mit den alten Holzgebäuden. Ganz ehrlich, manchmal wissen wir gar nicht mehr, welcher Platz nun schöner ist. Alles ist schön und richtig schwedisch und wir fühlen uns wohl.
Markus ist am Morgen Joggen gegangen und ich habe während seinem Mittagsnickerchen die Insel Obolandet, welche mit einer Brücke mit dem Festland und Trosa verbunden ist, zu Fuss erkundet. Zum Glück hatte ich das Smartphone dabei. Da ich einen "Wanderweg" genommen habe, habe ich die Orientierung verloren wo's lang geht. Die Richtung, die ich gewählt hatte, führe mich an einen Inselpunkt, wo es nur noch Sackgassen gab. Also Handy raus und Maps laden. Und so habe auch ich wieder den Weg zum Schiff zurück gefunden. :-) Schlechter Pfadfinder, was? Gegen den späteren Nachmittag sind wir der Flusspromenade entlang spaziert und über verschiedene Gässchen wieder zurück zum Hafen. Trosa hat uns sehr gut gefallen.
01.08.2018
Happy Birthday, Schweiz!!!
Wir verbrachten unseren Nationalfeiertag mit Schiffli fahren und ein Candle Light Dinner auf der Red Snapper. Aber der Reihe nach:
Wir haben Trosa so gegen 10.30 Uhr verlassen und sind um die Insel Hänö rumgefahren und nördlich an den Inseln Bokö-Oxnö und Bokö vorbei in die Schärenlandschaft raus. Bei Nyckelu sind wir durch die Passage mit der Insel Bockh gefahren und weiter an der Landzunge Käfludden vorbei mit Richtung Insel N Jutskär. An der Inselgruppe N Jutskär, S Jutskär, Hästskär und Hökö Gupa sind wir östlich vorbei gefahren mit Wegpunkt Insel Trätbadan. Nun befanden wir uns im Gupafjärden. Als nächster Wegpunkt hielten wir auf die Insel Herrsäten zu, die wir nördlich passierten, um dann zwischen den Inseln Sävö und Langön durchzufahren. Nach diesem Engpass tuckerten wir erst nördlich und dann westlich um die Insel Ringsön herum mit Richtung Insel Bergö. Der nächste Engpass folgte bereits schon und zwar zwischen den Inseln verschiedenen Bergö's durch. Und der nächste Streich folgte gleich: Zwischen den Inseln Aspö und Krampö durch und dann hinaus in den Krakfjärden. Nun ging es zwischen allerlei Inselchen durch (westlich der Insel Sackholmen) und in den Espskärsklupp. Die Insel Kettelö passierten wir westlich und auch die Insel Farkl. Und weiter gen Süden an der Insel Lundskär vorbei bis zur Insel Östra. Weiter zwischen den Inseln Västra und Stora Lokholmen durch und auf die Insel Stora Runnskär zu. Ein weiterer Engpass folgte zwischen den Inseln Alö und Hasselö, danach zwischen Furö und Beten durch und dann nordwestlich an der Insel Vinterklasen vorbei. Ohne Probleme haben wir den Schärengarten vor Oxelösund hinter uns gelassen und befanden uns nun auf der offenen Ostsee. Unser Kurs hielten wir südwestlich bis zur Insel Alen, wo wir wieder in die Schärenwelt eintauchten. Es folgten nun die Inseln Logen, Lunda und Arkö. Arkö umfuhren wir und hielten auf den Hafen Arkösund zu. Kaum waren wir in Sichtweite des Hafens, kam uns der Hafenwart im Schlauchboot entgegen gefahren und wollte wissen, ob wir eine Platz zum Übernachten bräuchten. Ja, wir wollten und so sollten wir ihm folgen, und er wies uns in einen Platz ein und hat gleich noch beim Festmachen geholfen. Das ist mal ein Service! Nach dem Bezahlen der Hafengebühr haben wir uns etwas die Füsse vertreten. Dabei entdeckten wir, dass heute Abend ein Konzert auf einem Hügel stattfindet. War ganz lustig zu sehen, wie Decken und Stühle bereits vor der Tribüne platziert wurden, aber niemand drauf sass. Da es immer noch sehr warm ist und nun auch eine hohe Luftfeuchtigkeit dazu kam, haben wir uns gegen ein Schweizer Menu entschieden. Es gab gebratenen Lachs mit viel Gemüse, Salat und einen guten Tropfen Schweizer Rotwein - eine Flasche Tourmentin.
02.08.2018
Wir haben am Morgen ganz spontan entschieden, noch eine Nacht in Arkösund zu bleiben. So sind wir mit dem Velo in die Gegend rausgefahren. Mussten aber schnell feststellen, dass nach dem Hafengebiet nicht mehr viel los war. Markus wusste aber, dass irgendwo noch ein Camping ist mit Bademöglichkeit in der Ostsee. Also Handy raus und Google Maps laden. Und da kam dann noch ein Anruf aus dem Wallis rein. Christa hat uns mitgeteilt, dass sie und Beat vom 10.-13.09.2018 nach Berlin kommen und mit uns Berlin auf dem Wasserweg erkunden werden. So super! Und das ist nicht alles. Auch Peter und Eveline haben definitiv eine Buchung für Berlin gemacht. Sie haben ein Boot vom 17.09.2018 für eine Woche gechartert und werden weitere Gewässer rund um Berlin mit uns unsicher machen. Das war vielleicht ein Tag für uns. Jetzt müssen wir uns nur noch sputen, dass wir auch spätestens am 10.09.2018 in Berlin sind. Aber wir schaffen das.
Zurück zum Tag: Den Campingplatz haben wir gefunden und das Bad auch genommen. Dann ging es wieder zurück zum Schiff, etwas ausruhen und dann sind wir ins Restaurant mit herrlicher Sicht über den Hafen und die Bucht Essen gegangen. Und so ist schon wieder ein Tag vergangen.
03.08.2018
Um 09.00 Uhr hatten wir bereits 500 l Diesel gebunkert und danach sind wir losgefahren mit Ziel Västervik. Und es gab ein Novum: Wir haben uns verfahren resp. die falsche Fahrrinne nach der Bucht-Ausfahrt gewählt. Anstatt die südliche haben wir die südöstliche genommen, was uns dann irgendwann nach Estland/Lettland geführt hätte. Wer will denn das? Also alles zurück bis zum Abzweiger und in die richtige Fahrrinne einbiegen. Das Ganze hat uns etwa 5 Sm gekostet. Na ja, jetzt waren wir auf jeden Fall wieder auf Kurs. An der Insel Aspöja sind wir westlich vorbeigefahren, dann östlich von der Insel Horvelsö und weiter alles gen Süden durch den Schärengarten. Irgendwann passierten wir die Insel Fagelön westlich, die Insel Smaskär östlich und hielten auf die Insel Väggö zu, an welcher wir östlich vorbeituckerten. Danach hielten wir auf die Insel Fangö zu, die wir links liegen gelassen haben, um dann zwischen den Inseln Barnsö und Sandö durch zuschippern. Weiter ging es auf den Leuchtturm Hägerökarten zu und immer weiter gen Süden. Zuerst auf die Insel Kvädö und dann auf die Insel Stora Askö zu, welche wir östlich passierten. Unser Kurs führte uns immer weiter gegen Süden bis vor die Insel Trädskär. Ab hier mussten wir fast einen Zickzack-Kurs fahren, bis wir zur Insel Aleskär kamen. Nach dieser Insel hielten wir auf den Leuchtturm Finnkarten zu und dann vorbei an der Südost-Spitze der Insel Hasselö. Von nun an ging es nur noch in Richtung Insel Gränsö und dann rein in den Lusärnafjärden nach Västervik. Auch hier wurden wir kurz vor dem Hafen vom Hafenwart im Schlauchboot empfangen und in einen Platz eingewiesen. Nach 58 Sm (geschätzte 45 Sm vom Kapitän, ohne den Umweg) und 8 Std. Reisezeit sind wir glücklich, angekommen zu sein. Zur verschätzten Distanz muss ich aber fairerweise festhalten, dass es das erste Mal war, dass sich der Kapitän so verschätzt hatte. Der Gästehafen von Västervik ist riesig. Mehr als 800 Gästeplätze, wovon viele neu sind oder restauriert wurden. Generell ist hier vieles neu und etwas Anders: z.B. sind auf den Auslegern für die grossen Yachten Palmen-Töpfe aufstellt. Herzig, oder? Zudem hat es vor dem Servicehaus - so wird das Gebäude genannt, wo der Sanitärbereich und der Waschraum ist - einen Swimmingpool von ca. 20 m Länge. Mal was ganz Neues! Auch die Stadt Västervik mit ca. 40'000 Einwohner ist im Uferbereich hübsch angelegt. Es gibt eine Seepromenade, die vom Hafen in die Stadt führt mit Sitz-, Liege- und Bademöglichkeiten. An der Promenade in der Stadt gibt es viele Restaurants, welche gut besucht sind. Es ist sehr lebendig, richtiges Ferienfeeling kommt hoch.
04.08.2018
Västervik haben wir heute vor dem Mittag wieder verlassen mit dem Ziel die Insel Öland mit dem Hafen Byxelkrok. Wir sind jedoch noch nicht ganz sicher, ob wir es bis dort schaffen. Es geht nämlich ein stärkerer Westwind und vielleicht müssen wir auf der Festland-Seite von Schweden bleiben. Nein, nein, es hat geklappt. Nachdem wir wieder aus dem Lusärnafjärden rausgefahren sind und um die Insel Marsholmen rum und dann zwischen den Inseln Grönö und Sparö durch, sind wir im Lindödjupet gelandet. Zwischen den Inseln durch war es ganz eng, links und rechts gingen die Felswände hoch. Sehr eindrücklich. Vom Lindöfjärden fuhren wir in den Idöfjärden auf die Insel Idö Stangskär zu. Danach war nur noch ein Kurs zu fahren und zwar auf die Insel Öland resp. die Ortschaft Byxelkrok zu. Die Überfahrt ging reibungslos, trotz unserer anfänglichen Bedenken. Nach dem Anmelden beim Hafenmeister haben wir uns noch etwas die Füsse vertreten. Am späteren Nachmittag haben sich immer mehr Wolken gebildet, zum Teil recht dunkle, im Norden und wie im Westen. Dies liess nichts Gutes ahnen. So war es dann auch. Um 18.00 Uhr ging ein Gewitter über uns weg mit Sturmböen von ca. 70 Km/h. Das hat vielleicht an den Blachen gezerrt und gedrückt. Durch den Winddruck kam das Wasser sogar durch die Reissverschlüsse rein. Das war vielleicht ein Schauspiel! Und wie es mit Gewitter so ist, kommt danach wieder die Sonne und in unserem Fall ein sehr schöner Sonnenuntergang. Fast ein bisschen kitschig, aber sooo schön! Wir bleiben für 2 Nächte in Byxelkrok und dann weiter nach Süden.
05.08.2018
Heute haben wir mit den Velos den Norden der Insel Öland erkundet. Zuerst führte uns der Weg zum Leuchtturm Langer Erik, welcher an der Nordspitze von Öland liegt. Dieser Leuchtturm wurde 1845 erbaut und ist 32 m hoch. Wir sind natürlich die ca. 130 Treppenstufen im Turminneren hochgestiegen. Von oben hatte man eine wunderschöne Sicht über den Norden der Insel. Danach führte uns der Weg nach Grankulla und weiter an die Ostküste vom Norden. Und immer weiter, bis wir wieder in Byxelkrok waren. Und wie immer, wenn wir eine längere Fahrradtour machen, bläst der Wind kräftig. Und eigentlich kommt er ja von einer Richtung, aber auf dem Velo bläst er immer auf einem zu. Schon komisch, oder?! In Byxelkrok haben wir noch Lebensmittel eingekauft und sind dann wieder zurück zum Schiff gefahren. Und nun gab es ein Damen- und Herren-Programm: der eine hat Siesta gehalten und die andere hat die Boutiquen im Hafen berücksichtigt. Es ist ganz herzig gemacht. Gleich nach dem Hafenbecken reihen sich viele kleine rote Holzhäuschen aneinander und das etwa in 3 Reihen. In diesen Häuschen hat es ganz verschiedene Angebote. Aber nicht Ramsch, sondern wirklich sehr schöne Handwerkskunst, Insel-Souvernirs, nautische Accessoires oder verschiedene Textilien. Und nachdem alle Häuschen besucht waren, ging es noch in den Fischladen, um geräucherten und marinierten Fisch zum Abendessen zu kaufen. Unter anderem haben wir geräucherten Schwertfisch und Seeteufel gekauft. Mmmh, das war so was von gut. Das Fleisch war auch ganz kompakt, nicht faserig wie beim geräucherten Lachs. Und übrigens der Wind bläst immer noch und vor allem wieder stärker. Mal schauen, ob wir morgen nach Borgholm kommen. Gute Nacht allen!
06.08.2018
Wir haben uns entschieden, Byxelkrok doch zu verlassen. Es hat, wie gestern vermutet, viel Wind und Wellen, aber es sind einige andere Schiffe rausgefahren und es sah machbar aus. Und es ist auch so, dass dieser Hafen sehr viel Schwell hat, obwohl der Wind eigentlich nicht in Richtung Hafeneinfahrt bläst. Es hat 2 Tage lang am Schiff gezerrt und gestossen. Dann haben wir noch einen neuen Nachbarn bekommen, der die Trossen so eng festgemacht hat, dass die Fender an der Stegwand rieben und nervige, quietschende Geräusche produzierten. Ich könnte es euch ja jetzt verschweigen, aber ich bin in der Nacht im Bett etwas seekrank geworden. Mir war übel und schlafen ging auch nur so là là. Eine weitere Nacht in Byxelkrok und ich hätte zum Schlafen nicht eine Schlaftablette gebraucht sondern eine Reisetablette (haben wir natürlich auch für alle Fälle mit dabei). Also sind wir losgefahren und hatten Kurs Süd gehalten. Die Reise führte uns zwischen der Insel Öland und der Insel Blo Jungfrun durch, vorbei an der Ortschaft Sandvik und rein in den Hafen von Borgholm. Der Wind hat während der Reise eher etwas nachgelassen und so war alles kein Problem. Wir liegen hier nun ruhig und ich freue mich auf eine ruhige Nacht! Auch in Borgholm bleiben wir 2 Nächte, da die Umgebung viel zu bieten hat, u.a. das Schloss Solliden, wo die Kronprinzessin Victoria jeweils ihren Geburtstag am 14.07. feiert.
07./08.08.2018
Wir haben 2 Tage lang Borgholm und Umgebung erkundet. Am 07.08.2018 war zuerst die Stadt mit ihrer Shopping-Strasse dran und am 08.08.2018 gingen wir auf Schloss-/Burgen-Tour mit den Velos.
Borgholm bietet viele unterschiedliche Läden/Boutiquen und Restaurants an Ihrer Fussgängerzone an. Ca. in der Mitte der Lädelistrasse liegt ein Platz mit der Kirche, welche ursprünglich als Schulhaus gebaut wurde. Und hier konnten wir bei einem Glacé ein Konzert einer Musikgesellschaft zuhören. Und wie es sich gehört, haben sie als letztes Stück den Radetzky-Marsch gespielt, genau wie jedes die Wiener Philharmoniker anlässlich ihres Neujahrskonzertes.
Und am 08.08.2018 haben wir einen Kulturtag eingeschaltet ;-). Zuerst radelten wir zum Schloss Soliden, das die Sommerresidenz der Königsfamilie ist. Im Park des Schlosses war es sehr angenehm mit der Temperatur, da es sehr viele alte schattenspendende Bäume gab. Der Park ist sehr schön angelegt, aber überall konnte man sehen, dass die Natur leidet. Es fehlt schlicht und einfach Regen. Nur das Unkraut überlebt oder gedeiht. Das Schloss ist schlicht gebaut, ohne Türmchen und Erkerchen. Danach radelten wir weiter zur Burg Borgholm. Die Burg wurde in verschiedenen Etappen erbaut/erweitert. Angefangen hat es im 12. Jahrhundert und in den Jahren um 1590 wurde die Burg erweitert. Im Kalmar-Krieg von 1611 - 1613 wurde sie beschädigt und wurde nach und nach wieder aufgebaut. Leider hat ein Feuer am 14.10.1806 die Burg zerstört und sie als Ruine hinterlassen. Es ist ein sehr imposanter, mächtiger Bau mit einer grandiosen Aussicht auf die Ostsee oder das Hinterland der Insel. Der Kulturtag wurde dann mit einem Bad in der Ostsee, noch etwas Faulenzen und Lesen auf der Red Snapper abgeschlossen.
09.08.2018
Tschüss Borgholm, Tschüss Insel Öland. Am Morgen sind wir in den Kalmarsund rausgefahren und haben die Richtung auf die Insel Skäggenäs eingeschlagen. Diese haben wir östlich passiert und hielten dann direkt auf Kalmar zu, was auch unser Ziel war. Bevor wir in Kalmar einlaufen konnten, mussten wir unter der Öland-Brücke (auf schwedisch Ölandsbron) durch. Dies ist ein imposantes Bauwerk. Die Brücke verbindet das Festland mit der Insel Öland. Sie ist 6,072 km lang und damit eine der längsten Brücken von Europa. Da für Freitag und Samstag schlechtes Wetter prognostiziert ist, haben wir eine Destination ausgewählt, wo es diverse Möglichkeiten für den Zeitvertreib gibt. Kalmar ist dafür optimal. Der Hafen liegt unmittelbar im Zentrum und heisst eigentlich richtig "Ölandshamn". Die Überfahrt ging ganz gemütlich und entspannt. Nach dem Anmelden beim Hafenmeister haben wir erfahren, dass in Kalmar Stadtfest ist. Also ist für Unterhaltung gesorgt ;-).
09.-12.08.2018 Kalmar
Wegen viel Wind sind wir länger in Kalmar geblieben. Geplant wäre gewesen, dass wir am Samstag oder Sonntag auf die Insel Utklippan übersetzen. Aber es sollte nicht sein. Also haben wir Kalmar noch genossen, was uns nicht schwer gefallen ist. Die Stadt bietet viel, unter anderem auch ein sehr gut erhaltenes Schloss. Bereits um 1180 wurde an der Stelle, wo nun das Schloss steht, ein Verteidigungsturm gebaut. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde dann eine Burganlage mit Ringmauer und Türmen rund um den alten Turm gebaut. Das jetzige Aussehen erhielt das Schloss unter den Wasakönigen Gustav I., Erik XIV. und Johann III. im 16. Jahrhundert. Im Moment kann im Schloss auch eine Ausstellung des Malers und "Technikers" Leonardo da Vinci mit seinen Werken besichtigt werden. Das war vielleicht ein genialer Mann! Nach der Schlossbesichtigung meinte der Kapitän jedoch: So, jetzt hani aber gnueg von Burge, Schlösser und alte Steine gseh! ;-) War wohl etwas Zuviel auf einmal mit den 2 Besichtigungen auf Öland/Borgholm. Am Sonntagabend sind wir in ein sehr feines italienisches Restaurant essen gegangen. Dabei sind wir mit unseren Tischnachbarn aus Schweden ins Gespräch gekommen. Die Welt ist doch manchmal sehr klein. Sie war einige Zeit in der Schweiz, genauer in Rapperswil bei der Fa. Geberit. Die schwedische Firma, in welcher sie arbeitet, wurde von Geberit gekauft und sie musste dort Schulungen besuchen und auch etwas über die Firmen-Philosophie von Geberit lernen. Er kennt die Schweiz von Urlauben und war auch in Saas-Fee zum Skilaufen. Es war ein sehr schöner Abend mit netten Leuten.
13.08.2018
Es war soweit, wir haben nach dem Dieseltanken um 9.15 Uhr Kalmar verlassen und sind mit Kurs SSW raus auf die Ostsee gefahren. Das Ziel ist die kleine Insel Utklippan. Nach 52 Sm und 7 Std Fahrzeit haben wir im Hafen festgemacht. Wir haben nur so gestaunt. Die Insel Utklippan besteht eigentlich aus 2 kleinen Inseln und dazwischen wurde der Hafen gebaut mit 2 Ein-/Ausfahrten - eine östlich (da sind wir reingekommen) und eine westlich. Die Insel besteht hauptsächlich aus Steinen. Strom und Wasser gab es nicht. Aber es war einfach genial. Nach dem Festmachen mussten wir sofort über die Steine "krackseln" und Fotos machen. Wenn jemand von euch jemals in der Nähe sein solltet mit einem Boot, geht auf diese Insel. Einfach genügend Proviant und Wasser dabei haben. Es lohnt sich auf jeden Fall! Und es sollen über 1'000 Seehunde um die Insel leben.
14.08.2018
Wir haben Utklippan über die westliche Ausfahrt wieder verlassen und dachten noch, dass es mit Wind und Wellen gut gehen würde. Schliesslich war eine längere Etappe geplant. Zuerst hatten wir die Wellen etwas quer und es hat die Red Snapper gerollt. Dann hat der Wind aber auf Südwest gedreht und die Wellen kamen auf den Bug. Und leider wurden die Wellen immer höher. Die Red Snapper musste hart dagegen ankämpfen. Aber es ist ein gutes Schiff und sie hat uns nach 8 Stunden sicher in den Hafen Allinge auf der Insel Bornholm geführt. Wir haben euch ein neues Video gepostet, damit ihr mitfühlen könnt. Es ist nichts kaputt gegangen, einzig durch einige Lüfter ist Wasser eingetreten. Zum Glück haben wir aber noch die Lüfter auf dem Vorschiff durch die Werft ändern lassen. Man sollte sie aber dann noch Dichtmachen/Verschliessen, bevor man losfährt. Aber wer hätte denn gedacht, dass es so wild werden würde. Es trat jedoch nur wenig Wasser ein und einfach die Sachen zum Trocknen aufhängen. Mit den alten Lüftern (ein anderes System) hätten wir literweise Wasser im Schiff gehabt. Also ich war wirklich das erste Mal froh, dass der Hafen mir Zuflucht bot. Jeden Tag bräuchte ich solche Wellen nicht. Aber wie immer hatte der Kapitän alles fest im Griff. Jetzt bleiben wir 2 Nächte in Allinge und gehen dann in einen nächsten Hafen auf Bornholm. Übrigens die Insel Bornholm gehört zu Dänemark. Also die restlichen dänischen Kronen hervorholen und verprassen. :-)
15.08.2018
Wir haben Allinge zu Fuss erkundet, das eine sehr schöne und lebendige Ortschaft ist. Allinge und Sandvig (etwas nördlicher) sind mittlerweile miteinander verbunden und beide ziehen viele Touristen an. In Allinge hat es 2 grössere Fischräuchereien, die auch Restaurants bewirtschaften. Natürlich mussten wir eines zum Mittagessen berücksichtigen. Man will ja nicht hungrig durch die Gassen gehen. Neben Kartengerichten gab es ein Fisch-Buffet mit Glacé-Ecke. Wir haben uns für das Buffet entschieden, was definitiv die richtige Wahl war. Das war vielleicht so was von gut. Und unsere Teller haben wir auf der Sonnenterrasse mit Meerblick leergefuttert :-). Nicht schlecht, oder? Danach ging unsere Erkundungstour gut gestärkt weiter. Es hatte sehr schöne, farbige Holzhäuser, die gepflegte Gärten vor sich hatten und immer wieder eine schöne Sicht aufs Wasser. Zurück auf dem Schiff haben wir uns einen Apéro genehmigt und zwischendurch Fragen von Passanten beantwortet. Als Schweizer fällt man halt schon auf. Viele fragen: Wie kommt man denn von Basel oder der Schweiz hierher? Diese Frage wurde uns an vielen Stationen gestellt. Wissen die denn nicht, dass die Schweiz an die Weltmeere angeschlossen ist! Was lernen die denn im Geographie-Unterricht? ;-) Auf jeden Fall kommen wir Exoten so immer wieder mit verschiedensten Leuten in Kontakt. Was doch sehr gut und schön ist!
16.08.2018
Wir sind noch eine weitere Nacht in Allinge geblieben und haben uns entschieden, die Velos hervorzuholen. Wir hätten keine bessere Entscheidung treffen können. Die Radtour war der Hammer, auch wenn manchmal etwas anstrengend. Aber Markus meinte nur: Wir wollen ja auch fit sein für die Wintersaison! Wo er recht hat, hat er Recht ;-). Zuerst sind wir nach Sandvig geradelt. Neben schönen Hotels, alle mit Meerblick, hat es in der Bucht einen Campingplatz mit Sandstrand davor. Von Sandvig aus gibt es einen Rund-Wanderweg, der um die Nordspitze der Insel Bornholm führt. Wir haben aber einen anderen Weg mit den Velos gewählt und sind zum Hammersee geradelt. Ein sehr schöner kleiner Natursee mit einem Hotel am östlichen Ufer. Bei einem Abzweiger haben wir uns rechts gehalten und sind in eine Passstrasse gelangt. Wirklich, es ging bergan und hatte viele Kurven und weissmarkierte Randsteine. Zwischendurch musste ich das Velo stossen, da es mir doch zu streng wurde (ist ja auch kein Mountain-Bike). Markus hat alles auf 2 Rädern absolviert. Fiter Kerl! Oben angelangt waren wir beim Leuchtturm Hammerodde mit grandioser Aussicht auf das Meer hinaus - von östlich über nördlich über westlich. Auch hier oben gab es einen Rund-Weg. Also stellten wir die Velos ab und sind losmarschiert. Wir hatten keine Ahnung, was uns so erwartet. Immer wieder wurden wir mit atemberaubender Aussicht überrascht. Und irgendwie erinnerte uns das auch an die Moosalp oberhalb von Törbel. Von einem Aussichtspunkt ins Inselinnere sahen wir auch den Hammersee und daneben noch einen kleineren, fast quadratischen See - den Opalsee. Und darin haben Leute gebadet. Nun war natürlich klar, wohin unser Weg führte, nachdem wir die Passstrasse wieder runtergefahren sind. Die Strasse war nämlich eine Sackgasse. Unten angelangt also auf direktem Weg an den Opalsee. Und weil wir ja vorausdenken, hatten wir auch die Badehosen und -tuch eingepackt. Das Bad haben wir sehr genossen und die Schweissschicht von der Bergtour abgewaschen. Ich hätte stundenlang da bleiben können. Es hat mich total fasziniert. Aber wir wollten ja noch weiter. Also wieder die verschwitzten Kleider anziehen und weiter auf dem Velo nach Hammerhavnen, welches der erste Hafen an der Westküste im Norden ist. Dieser Hafen liegt sehr idyllisch und von dort hat man eine gute Sicht auf die Burgruine Hammershus. Hier haben wir etwas Kleines gegessen und schon ging die Tour weiter. Wir fuhren zu dieser Burgruine hoch, aber ohne Besuch. In der Nähe der Burg fand an diesem Wochenende auch das OpenAir Wonderfestiwall statt. Diese Konzert findet in einem Steinbruch statt und hat letztes Jahr über 100'000 Besucher angezogen. Wir fuhren aber vorbei und immer weiter und weiter. Es ging wirklich vielerorts bergan. Und wenn es dann bergab ging, ging es auch schon wieder bergan. Wir wussten gar nicht, das Bornholm so hügelig ist. Irgendwann führte uns der Weg ins Landesinnere nach Olsker Sogn. Kurz vor Olsker sind wir am Skulpturgarten von Ole Christensen vorbei gekommen. Natürlich durfte ein Foto-Stop nicht fehlen. Von Olsker Sogn sind wir wieder an die Ostküste gefahren und zwar nach Tejn. Hier haben wir uns den Hafen angeschaut und waren froh, dass wir Allinge als Standort gewählt hatten. Tejn hat uns nicht wirklich gefallen. Von Tejn ging es dann "nur" noch der Küste entlang nach Allinge im Norden. Es war eine sehr schöne, aber auch anstrengende Velotour. Wir haben viel von der Landschaft gesehen und sind sehr positiv angetan von der Insel. Am Abend sind wir ins Restaurant direkt oberhalb unseres Liegeplatzes Essen gegangen. Der Smutje war zu müde!
17.08.2018
Und weiter ging es auf der Insel Bornholm. Wir haben Allinge gegen Mittag verlassen und sind um das Nordkap, vorbei beim Leuchtturm Hammer Odde, gefahren. Danach ging es am Hammerhavnen vorbei mit Sicht vom Wasser aus auf die Burgruine Hammershus und weiter bis nach Hasle. Achtung beim Googlen, wir sind nicht in der Nähe von Burgdorf ;-). In Hasle haben wir für eine Nacht festgemacht. Dies ist einer der grössten Häfen auf der Insel Bornholm und wir konnten uns aussuchen, wo wir festmachen wollten. Es hatte nicht viele Gastboote. Im 2010 wurde viel Geld in diese Anlage gesteckt. U.a. wurde auch ein Hafenbad mit Naturbad und Sauna gebaut. Das Hafenbad ist eine sehr gelungene, interessante Architektur und gut geschützt vor Wellen. Leider fehlt der Ortschaft etwas der Charme. Aber wir denken, dass sich auch das in ein paar Jahren ändern wird. Anzeichen dafür gibt es bereits. Hasle hatte auch schwer zu kämpfen. Der Hafen war früher ein ganz grosser Fischereihafen. Viele Tonnen Heringe wurden aus dem Meer geholt und direkt in Hasle verarbeitet. So findet man z.B. ein altes s/w Foto von einem McDonalds-Shop in Moskau, wo Fischburger mit Halse-Fischen angeboten wurde. Nachdem aber für den Heringfang ein Fang-Kontingent eingeführt wurde, hat das hiesige Gewerbe stark darunter leiden müssen. Jetzt setzt man vermehrt auf Tourismus.
Am Abend hatten wir eine ganz tolle Stimmung. Es hat geblitzt und gedonnert, etwas geregnet und dann zeigte sich plötzlich noch die Abendsonne. Sonnenuntergang mit Blitzen, das hatten wir noch nie! Und vom höchsten Aussichtspunkt der Hafenbad-Tribüne war die Sicht grandios.
18.08.2018
Nach einer Nacht in Hasle sind wir weiter gefahren nach Ronne, was am westlichsten Punkt der Insel liegt. Da starker Wind für die nächsten drei Tage gemeldet ist, wollten wir in einem Hafen sein, wo wir auch etwas unternehmen könnten. Also auf nach Ronne, was auch gar nicht weit war. Von Ronne aus gehen viele Fährschiffe ans Festland von Dänemark, Schweden, Polen oder Deutschland. Wir liegen fest und sicher vertäut. Am Nachmittag sind wir bereits ins Zentrum spaziert und haben Nachos mit 3 Dip-Söseli genossen. Leider war wir etwas spät dran, resp. die Läden schliessen am Samstag um 14.00 Uhr. So konnten wir Geld sparen ;-).
Ach und noch was Interessantes: Wir liegen im Hafenbecken der Freizeitboote, welches eigentlich nicht mit dem Fährhafen verbunden ist. Aber wenn grosse Schiffe an- oder ablegen, kommt enormer Schwell in "unser" Becken. Wir können es uns gar nicht erklären. Kann eigentlich doch gar nicht sein. Da muss uns der Hafenwart dann noch Auskunft geben.
19.08.2018
Wir haben ein Auto für einen Tag gemietet und sind damit rund um die Insel gefahren. Das Wetter ist so là là und wie gemeldet windet es stärker. Zuerst führte uns die Fahrt nach Snogebeak. Eine kleine Ortschaft mit fast südländischem Flair. Es gibt eine kleine, herzige Flaniermeile, wo die Geschäfte in alten Häusern sind. Die Shops bieten Kleider, Glas, Antiquitäten und Kunsthandwerk an. Dazu hat es ein Hotel und Restaurants für jeden Geschmack etwas - Gourmetmenüs oder Smorrebrod oder Fisch aus Bornholmer Räuchereien. Danach ging es weiter in die südlichste Ecke von Bornholm, nach Dueodde. Hier hat es Dünen und schneeweisse Sandstrände. Man sagt, vielleicht den schönsten Sandstrand von Dänemark. Und mitten in der Sandlandschaft ein weisser Leuchtturm, den Dueodde Fyr. Sein Schein/Licht hat eine Reichweite von 40 km. Zum Meer führt ein Holzsteg mitten durch die Dünenlandschaft. Wunderschön! Wieder zurück hinter den Dünen gibt es ein Campingplatz, ein Familienhostel mit Hallenbad, diverse Restaurants und Glacé-Shops und natürlich auch Souvenierläden. Von Dueodde fuhren wir weiter der Küste entlang bis hoch nach Gudhjem. Gudhjem ist etwas ganz Besonderes und gilt als ältester Handelsort Bornholms. Die Häuser und Gassen sind sehr gepflegt und farbig, lebendig. U.a. hat es eine Glasbläserei mit Verkaufsladen, welcher wir gut beladen wieder verlassen haben :-). Auf der Terrasse von einem nautischen Pub haben wir uns ein Glas Weisswein gegönnt und dem Treiben zugeschaut. Von Gudhjem kann man auch mit einem Ausflugsboot auf die kleine Insel Christianso rausfahren.
Unsere Rundfahrt ging dann weiter über die Nordküste, vorbei an Allinge, Hammershus, Vang, Hasle und wieder nach Ronne.
Wie vorausgesagt hat der Wind aufgefrischt und für Montag meldet er noch stärkeren Wind. Mal schauen, ob es am Dienstag klappt, nach Sassnitz zu kommen.
Liebe Vati, Merci vielmals für all deine schönen Gedichte.
20.08.2018
Unser Luftkapitän Benjamin hat heute Geburtstag. Alles Liebe und Gute, lieber Beni (Göttibueb vom Wasserkapitän)!
Da der Wind sehr stark bläst, konnten wir die Reise nicht fortsetzen und blieben nochmals eine Nacht in Ronne, Nach Wettervorhersage sollte es am Dienstag dann gehen. Unser Tag ist aber kurz zusammengefasst:
Duschen
Brunchen
Homepage endlich nachführen
Einkäufe tätigen
Apéro geniessen im Hafenbistro
Abendessen
Tag ausklingen lassen
Mehr gibt es nicht zu berichten. Ab morgen müsst ihr dann auf die neue Seite "Deutschland/Polen" wechseln.
Guet Nacht mitenand!
Telefon +41 (0)79 448 08 49 oder +41 (0)79 631 12 45